29 Dez

Frage nach Berlin: Was macht der Artenschutz?

Protestbanner gegen die Nutzung von Glyphosat als Unkrautvernichter in Bremm an der Mosel; Foto von Stephan Tournay - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=79570732

Nach wie vor drängt Corona alle weiteren Themen in den Hintergrund und dies dürfte noch einige Zeit andauern. Auch ohne Schlagzeile auf den Titelblättern bleibt so manches drängende Problem weiterhin brisant. Eines davon haben wir immer mal wieder im Rahmen dieses Blogs aufgegriffen, weil es uns substanziell betrifft: den Insektenschutz als Bestandteil des Artenschutzes.

Zuletzt im August und davor im Januar gingen wir der Frage nach, was unsere bundesdeutschen Entscheider im Kabinett mittlerweile unternommen haben, um dem anhaltend dramatischen Artenschwund entgegenzuwirken. Der politische Wille dazu war ja vorher laut und deutlich bekundet worden. Die Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft sowie für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sollten einen Königsweg finden, dem auch Fauna und Flora applaudieren würden.

Vor etwa zwei Wochen ging das Thema mal wieder durch die Presse, allerdings nicht als Erfolgsmeldung, sondern weil sich zwischen den beiden Ministerinnen Julia Klöckner (Landwirtschaft) und Svenja Schulze (Umwelt) offenbar ein immer tieferer Graben bildet. Der Streit entzündet sich nach wie vor am Einsatz des Herbizids Glyphosat.

Unter dem Titel “Insektenschutz entzweit die Regierung” schreibt die Süddeutsche Zeitung: “Während das Agrarministerium die Regeln für das Glyphosat-Verbot erarbeiten muss, ist der Insektenschutz Sache des Umweltressorts.” So wirft Schulze ihrer Kabinettskollegin Klöckner vor, “jedweden Fortschritt beim gesetzlichen Insektenschutz und bei der Beschränkung von schädlichen Pflanzenschutzmitteln” zu verhindern. Gleichzeitig beklagt diese “eigenmächtige Vorstöße des Umweltministeriums in Sachen Insektenschutz”, die die Belange der Landwirtschaft nicht berücksichtigten. Dabei hatte die Regierung bereits im Jahr 2019 ein Glyphosatverbot bis Ende 2023 beschlossen.

Nun stellt sich die Frage, ob es erst Ende 2023 werden muss, bis tatsächlich eine nachhaltig wirksame Bewegung in die Angelegenheit kommt – ähnlich wie beim Brexit-Deal, der soeben eine Last-Minute-Einigung hervorbrachte. Für zahlreiche Arten aus dem Tier- und Pflanzenreich kann es dann tatsächlich zu spät sein. Wobei es ja nicht einmal sicher ist, ob ein Herbizidverbot das stille Verschwinden aufhalten kann. Denn auch der Klimawandel arbeitet unermüdlich Tag und Nacht weiter. Trotz Pandemie und Ausgangssperren beschränkt er sich leider nicht auf sein Homeoffice.

Es bleibt zu hoffen, dass die Anstrengungen, die Pandemie in den Griff zu bekommen, möglichst schnell von Erfolg gekrönt werden. Mit den dann frei werdenden Energien sollten auch Artenschutz & Co. wieder in den Vordergrund rücken. In der Zwischenzeit konzentrieren wir uns weiterhin auf die uns näher liegende Bedeutung des Insektenschutzes und fertigen stabile Gitter, die allen erwartbaren Stürmen zum Trotz Schutz gegen Mücken im Haus bieten, denn Mücken – da gibt es keine Zweifel – wird es auch in den kommenden Jahren reichlich geben.

Die Muggergittermacher wünschen einen besinnlichen und friedvollen Übergang in ein lebenswertes Jahr 2021.

Ein Gedanke zu „Frage nach Berlin: Was macht der Artenschutz?

  1. Eine sehr gute und nachhaltige Geschäftsidee, welche die Co-Existenz von Mensch und Insekten vereinfacht. Sich bezüglich der Förderung der Artenvielfalt auf eine Bundesregierung zu verlassen, ist nicht ausreichend. Bewusstsein auf Seiten der Bevölkerung sowie eine selbstverständliche Ausrichtung des eigenen Handelns im Kleinen und zugunsten der Umwelt werden in Zukunft unverzichtbar sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.