30 Aug

Frösche – Mückenjäger am Teich

Wasserfrosch, von Holger Gröschl - http://www.naturspektrum.de/ns1.htm, CC BY-SA 2.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=611133

Welch ein Sommer! Während rund um das Mittelmeer Temperaturrekorde purzeln und Waldbrände wüten, regnet es nördlich der Alpen so viel wie schon lange nicht mehr. Nun, gegen Ende August wird es bereits herbstlich – viel zu früh, da sind sich wohl alle einig. Fast alle…

Das viele Wasser schafft ideale Brutbedingungen für Mücken, aber auch für einige ihrer Jäger. Mehr noch als Insekten benötigen Amphibien, also Lurche – zu denen auch die Frösche und Kröten zählen – ausreichend Feuchtigkeit und am besten stehende Gewässer, wo sie ihre Eier ablegen können und ihre Nachkommen heranwachsen.

Wie in der freien Wildbahn, so rund um das Eigenheim: Viele Gartenbesitzer hegen und pflegen ihren eigenen Gartenteich, freuen sich am belebenden Nass und der üppigen Blütenpracht außenrum. Manche baden drin, andere halten Fische und wiederum andere eben Frösche. Beides zusammen funktioniert in der Regel nicht, da die meisten Teichfische Laich und Kaulquappen auf ihre Speisekarte setzen würden.

Auch zahlreiche Insekten leben am und phasenweise im Wasser. Besonders lästig für Menschen ist, dass auch die Stechmücken dazugehören. Ihre gefräßigen Larven rücken dem Froschnachwuchs ebenso zu Leibe. Nach der Metamorphose ist es allerdings umgekehrt. Frösche sind nicht wählerisch. Gerne schlucken sie auch Nacktschnecken und Würmer, Spinnen und weiteres Getier, das ihnen ins üppige Maul passt.

Andererseits sind auch Frösche als Spezialität vor allem bei größeren Vögeln willkommen. Froschteichbesitzer bekommen deshalb schonmal Besuch von Meister Adebar oder dessen Kollegen mit ähnlichen Vorlieben. In manchen Gegenden greift auch der Mensch immer noch nach den saftig-grünen Schenkeln.

In der Regel finden die hüpfenden Gesellen den Gartenteich von allein. Nur zur Not, etwa wenn kein naturnaher Weg dorthin führt, muss der Mensch selbst tätig werden und etwa Kaulquappen einsetzen. Wenn daraus allerdings eine stabile Population werden soll, müssen die “Teichwirte” einiges beachten. So mögen Frösche ruhende Gewässer, will heißen: keine Brunnen, keine Pumpen, kein Zu- oder Ablauf. Einfach Ruhe!

Für Geräusche sorgen sie im Gegenzug schon selbst. Als engagierte Chor- und Solosänger unterhalten die Männchen im Früjahr nicht nur ihre Angebeteten, sondern auch die ganze Nachbarschaft großzügig mit. Das ist übrigens in der Regel kein Kündigungsgrund. Wer quakt, darf bleiben. Zumindest in Deutschland steht der Naturschutz dahinter.

Besonders beliebt sind Laubfrösche. Kein Wunder, stehen doch Lurchi oder Kermit schon bei den Jüngsten hoch im Kurs. Von diesen Sympathiewerten profitieren auch andere heimische Froschlurche, vom Gras- über den Wasser- bis zum Teichfrosch. Bei den verwandten Kröten ist das allerdings anders, diese will schon sprichwörtlich niemand wirklich schlucken. Auch Verteter aus der Gattung der Unken, die ebenfalls zu den Froschlurchen zählen, sind erfahrungsgemäß nicht so gern gesehen – das wird zumindest geunkt – obwohl sie ebenfalls Insektenvertilger sind.

Also, liebe Gartenteichliebhaber, achtet auf eure Gäste! Sie sind auch eure Verbündeten. Selten verhüpft sich mal ein Exemplar ins Haus. Schon gar nicht, wenn dieses durch Muggergitter geschützt ist. Man könnte es also nicht nur als Insektenschutz-, sondern ruhig zusätzlich als Krötenschutzgitter betiteln. Sollten Sie ein solches bei uns bestellen – wir wissen Bescheid!

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