14 Aug

Gesetzesvorlage zum Insektenschutz

Photo by James Wainscoat on Unsplash

Bundesumweltministerin Svenja Schulze ließ die Medienlandschaft jüngst mit einem Gesetzesentwurf zum Insektenschutz aufhorchen. Die SPD-Politikerin erfindet darin die Welt nicht neu, allerdings möchte sie den kleinen Nutztieren weiter den Rücken stärken. Schulze analysierte viele Nischen des Ökosystems und was für die Brummer schädlich ist. Dabei spielen sogar Diskotheken eine Rolle. Und ist SPD eigentlich die Abkürzung für „Sanktioniert Pestizide Dauerhaft“?

Insektenschutz wird nicht nur laut Rechtschreibung „groß“ geschrieben. Die immense Bedeutung von Bienen & Co. für den Menschen steht mittlerweile völlig außer Frage. Selbstverständlich ergeben sich dadurch automatisch Aufgaben für eine Umweltministerin. Lösungen sollten sich allerdings weitgehend im Einklang mit anderen Interessen befinden. Beispielsweise wäre das Verbot von Fliegengitter keine sinnvolle Entscheidung, auch wenn die Kleintiere das Hausinnere sicherlich schnell und gerne zu ihrer Wohlfühl-Oase umfunktionieren würden.

Welche Hebel möchte Schulze mit ihrem Gesetzesentwurf also in Bewegung setzen? Die Analyse von Pestiziden spielt dabei eine Hauptrolle. Der völlige Verzicht kann Landwirten jedoch aktuell nicht zugemutet werden, da die Ernteeinbrüche zu hoch wären. So fordert Schulze beispielsweise einen Pflichtabstand von zehn Metern zwischen Flächen mit Pestizid-Einsatz und Gewässern. Dadurch könnten sich die Kleintiere in ihrem Lebensraum ohne Gefahr entwickeln.

Weiterhin schlägt die Politikerin die besondere Schutzwürdigkeit von Biotopen wie Wiesen, Streuobstbeständen, Steinwällen oder naturbelassenem Mauerwerk vor. Der Ideenreichtum des Menschen für ein Lichtermeer im Dunkel der Nacht ist nahezu grenzenlos. Angefangen von Laternen, kreativen Außenbeleuchtungen, beleuchteten Werbetafeln bis hin zu Himmelsscheinwerfern von Diskotheken – für den Menschen sind es im wahrsten Sinne des Wortes „Anziehungspunkte“. Mittlerweile stellten Forscher allerdings auch die verwirrende Wirkung auf Zugvögel und Insekten fest. Diese negativen Folgen möchte Schulze deutlich reduzieren. So sollen Blendlichter in unbebauten Gebieten stark eingeschränkt und Lichtkegel Richtung Himmel nur noch von Anfang Juni bis Mitte Juli zugelassen werden.

Im Herbst 2019 kündigte die Bundesregierung im Rahmen des „Aktionsprogramms Insektenschutz“ neue Gesetze an. Grundlage dafür war die selbst auferlegte Hausaufgabe zum Schutz der Insekten im Rahmen des Koalitionsvertrages. Womöglich verhinderte der „Corona-Ausbruch“ eine schnellere Umsetzung. Nun reichte die Bundesumweltministerin Pläne ein und erntet dafür sogar Lob vom Greenpeace-Agrarexperten Martin Hofstetter. Frau Schulze habe „ihre Hausaufgaben“ gemacht.

Wie bereits erwähnt müssen Restriktionen immer im Einklang mit anderen Interessen stehen. In puncto Pestizid-Einsatz wird es spannend werden, wie sich Bundesagrarministerin Julia Köckner positioniert. Sie vertritt in erster Linie die Interessen des Wirtschaftszweiges „Landwirtschaft“. Gegenwind bekommt sie bereits vom Naturschutzring sowie vom Naturbund. Sie fordern die deutliche Reduzierung von Pestiziden. Eine Sprecherin teilte mit, dass auch das Agrarministerium in naher Zukunft Pläne vorlegen werde. Vor allem Landwirte werden dann ganz genau auf die möglichen Einschränkungen schauen, weil es ihnen analog der Insekten um ihre Existenz geht.

Mit einem Augenzwinkern wäre es allerdings angenehm, wenn Bienen vielleicht das Aktionsprogramm „Stecht keine Menschen“ ins Leben rufen würden.

Ein Gedanke zu „Gesetzesvorlage zum Insektenschutz

  1. Dass die immense Bedeutung von Bienen & Co. für den Menschen mittlerweile völlig außer Frage steht, habe ich ja bereits mitbekommen. Dennoch komme ich nicht umhin Fliegengitter bei mir einzubauen. Denn in meiner Wohnung möchte ich die geflügelten Wesen nicht unbedingt haben.

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