21 Jul

Hochwasser – des einen Leid…

Wasserläufer, von Åsa Berndtsson - Skräddare / Gerridae, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=86511285

Es ist unzweifelhaft furchtbar und tragisch, was zahlreiche Menschen in den aktuellen Überschwemmungs- und Zerstörungsgebieten erleben und erleiden müssen. Wir können die damit verbundene Verzweiflung verstehen und fühlen mit den Opfern. Ähnliches gilt auch für das Schicksal der unzähligen sonstigen Betroffenen. Wer zählt in solchen Szenarien schon die Opfer und die heimatlos gewordenen Massen aus dem Tierreich?

Wasserläufer müsste man sein, denkt sich wohl so manches Insekt, das von den Fluten mitgerissen wurde und wer weiß wo wieder an Land gespült ein neues Lebensumfeld finden muss. Es ist das Los der winzigen Krabbler, ein Spielball der Naturgewalten zu sein. Gleichzeitig besitzen sie die Stärke, auf der Stelle unverzagt wieder weiterzumachen, wo immer das auch sein mag. Mancher Mensch wird sich genauso vorkommen.

Anderen Spezies kommt solch ein unverhofftes Hochwasser sehr gelegen. Stechmücken zählen – leider – zu den Profiteuren, die sich dank der ausgedehnten Feuchtgebiete schlagartig vermehren, um anschließend vieltausendfach auf blutdürstige Beutejagd zu schwirren. Sehr zum Leidwesen der weitgehend schutzlosen Menschen, die versuchen, ihre Häuser wieder bewohnbar zu machen – soweit dies überhaupt möglich ist.

Die Bilder der zerstörten und beschädigten Häuser haben sich eingebrannt in das Gedächtnis. Ganz gleich, ob in NRW, In Rheinland-Pfalz, in Südbayern oder in Sachsen, in Belgien, den Niederlanden, Österreich oder Italien – es kann unvermittelt jeden treffen. Zum Glück ist die Bereitschaft zu helfen bei vielen Menschen aus allen Landesteilen groß.

Betroffene und Helfer müssen sich neben der schweren Arbeit nicht nur mit Mücken auseinandersetzen. In den zeitweise unbewohnbaren Gebäuden dürften sich mittlerweile jede Menge ungebetene Gäste einquartiert haben. Von Spinnen über Mäuse bis zu Fledermäusen sucht allerlei Getier dort eine Zuflucht oder gar ein neues Zuhause.

So sollte man sich beim Aufräumen und Reinigen der betroffenen Häuser und sonstigen Bauwerke auf allerhand Lebendiges gefasst machen. Vorsicht und Behutsamkeit sind geboten. Wir hoffen, dass nicht jedes vier- oder sechsbeinige Wesen als Unwesen empfunden wird, sondern dass das Motto “Leben und leben lassen” vorherrscht.

Machen wir uns nichts vor und ganz unabhängig, wer für die Katastrophen verantwortlich ist: Im Vergleich zu solchen Naturgewalten sind wir alle, ob Mensch, Maus, Wasserläufer oder Ameise, gleich groß bzw. eher klein, sehr klein.

Vielleicht sollten wir uns gerade in dieser Situation wieder einmal vor Augen führen, dass es auf alle Lebewesen ankommt – sogar auf die Stechmücken.

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