28 Nov

Insekt 2021: Dänische Eintagsfliege

Danny Steaven, CC BY 1.0 , via Wikimedia Commons

In der Überschrift hat sich kein Schreibfehler eingeschlichen. Bereits jetzt steht das „Insekt des Jahres 2021“ fest. Die Entscheidung der Jury fiel auf ein unglaublich interessantes Lebewesen. Mutter Natur greift damit wieder einmal ganz tief in die Trickkiste.

Wenn es eine Fliege in die Hauptnachrichten des Radiosenders Bayern 1 schafft, dann muss das seine Gründe haben. So geschehen am Freitag, den 27. November 2020. Der Sprecher verkündete den Sieger bei der Wahl zum Insekt des Jahres 2021: Die dänische Eintagsfliege. Eines ist klar: Die derzeitigen Lebewesen werden das Jubiläumsjahr nicht mehr erleben. Die Gattung verdient dennoch unsere volle Beachtung.

Am Häufigsten ist die „Dänische Eintagsfliege“ an sauberen Bachläufen und Seen in Mittelgebirgen anzutreffen. Die Vorderflügel sind doppelt so groß wie die hinteren und mit feinen Äderchen durchzogen. Ein besonderes Erkennungsmerkmal sind die drei Schwanzfäden am Hinterleib, denn diese können insbesondere bei den Männchen die doppelte Körperlänge erreichen. Insgesamt ist allerdings nur eine Körperlänge von 45 Millimetern möglich. Der helle Hinterleib weist im hinteren Bereich dunkle Zeichen auf.

Der Name „Eintagsfliege“ entspricht nicht der biologischen Wahrheit. Weit daneben liegt er allerdings auch nicht, denn ein erwachsenes Exemplar lebt zwischen zwei bis vier Tagen. Von Mai bis August treiben die Kleintiere im Flugraum ihr Unwesen. In diesem Zeitraum nehmen sie nicht mal Nahrung auf und somit sind keine Mundwerkzeuge ausgebildet. Welcher Beschäftigung geht ein Lebewesen nach, das nur für einen Taubenschlag auf der Welt ist? Die Antwort ist eindeutig: Fortpflanzung. Bis die „Dänische Eintagsfliege“ den Erwachsenen-Status erreicht, gehen zwei Jahre ins Land. Nach dem Paarungsakt fliegen die Weibchen direkt über eine Wasseroberfläche und tauchen ihren Hinterleib mehrmals ins Wasser. Dabei versenken sie ihre Eier im Gewässer. Was dann folgt, das entspricht wirklich einem Wunder der Natur. Die Larven graben in den Boden des Gewässers Gänge. Außerdem sind sie natürlich mit Kiemen ausgestattet und fressen pflanzliches Material, um das Überleben zu sichern.

Sobald die Larve ausgewachsen ist, steigt sie zur Wasseroberfläche und häutet sich dort zwei Mal. Damit ist das Lebewesen geschlechtsreif und flugfähig, allerdings wie oben beschrieben nur zwei bis vier Tage. Der natürliche Tod kommt also schnell, der unnatürliche womöglich noch schneller. Als Bestandteile des Luftplanktons erfreuen sich vor allem Schwalben und Fledermäuse über die gern gesehene Nahrung. Ebenso Lurche und Spinnentiere in Bodennähe. Sollte sich eine „Dänische Eintagsfliege“ trotz Insektenschutzgitter mal in ihrem Haus verirren, so sind also keine größeren Maßnahmen zu ergreifen. Die Zeit spielt für den Menschen und nach kurzer Zeit „verabschiedet“ sich das Kleintier von ganz alleine.

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