23 Feb

Insekt des Monats Februar: Die Wintermücke

Trichocera hiemalis. Foto: entomart, Wikimedia Commons

Wenn es richtig kalt wird, ist sie noch eine der Letzten, die sich an der frischen Winterluft erfreuen kann. Selbst bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, wenn andere Mücken sich schon in ihr Winterquartier zurückgezogen haben, sieht man sie noch in munteren Schwärmen umhertanzen: Die Wintermücke.

Insgesamt gibt es von den Trichocera (Wintermücken) etwas mehr als 100 Arten, von denen 12 in Deutschland heimisch sind. Mit einer Körpergröße von 4-7 Millimetern und den langen Beinen sehen sie Stechmücken zum Verwechseln ähnlich, sind aber harmlos. Ihre stark zurückgebildeten Mundwerkzeuge machen es ihnen unmöglich menschliche Haut zu durchstechen. Obwohl noch nicht gänzlich erforscht, scheint sich die Wintermücke möglicherweise von Pflanzensäften zu ernähren.

Ebenfalls weitgehend unerforscht ist das Paarungsverhalten der Wintermücke. Die Larven leben vor allem in losem Blattwerk und ernähren sich von Pflanzenresten oder von Exkrementen anderer Tiere. Soweit scheint das Tierchen ja nicht unbedingt aufsehenerregend.

Fähigkeiten wie ein Superheld

Aber die kleine Mücke ist dennoch etwas Besonderes: Sie ist nämlich äußerst resistent gegen Kälte. Durch ihren kleinen Körper fließen glycerinähnliche Substanzen, welche wie ein Frostschutzmittel wirken. Kälte kann ihre zerstörerischen Kräfte auf die Zellstruktur des kleinen Insekts also nur schwer wirken lassen.

Zudem sind Körper, Beine und auch die Äderchen auf den Flügeln dunkelgrau bis schwarz gefärbt und nehmen somit selbst geringste Strahlungswärme der Sonne auf. Das befähigt die Wintermücke bereits bei etwas mehr als 0 °C oder in einer Höhe von über 3.000 Metern aktiv zu sein – für viele andere Insekten undenkbar. Somit macht die Wintermücke nicht nur ihrem klangvollen Namen alle Ehre, sondern ist auch unter ihren Artgenossen so etwas wie ein Superheld.

3 Gedanken zu „Insekt des Monats Februar: Die Wintermücke

  1. Ein sehr interessantes Exemplar 🙂

    Dennoch finde ich Mücken einfach nur lästig. Denn von meiner Familie leide sowieso meistens nur ich unter den Tierchen. Scheinbar schmeckt mein Blut am besten, da sie immer nur mich stechen und nicht meinen Mann oder meinen Sohn.

    Aber gut, dass es inzwischen gute Mückenschutz Mittelchen gibt

    • Hallo Michi,
      das ist interessant!
      Würdest Du bitte kurz erklären, wie ein Stichheiler funktioniert und welche Erfahrungen Du damit gemacht hast?
      Herzliche Grüße
      die Muggergittermacher

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