27 Jul

Insekt des Monats Juli: Die Schabe

Foto: Serhiy Zamanyahre / Depositphotos.com

Insekten sind Überlebenskünstler. Nicht umsonst gibt es weltweit knapp eine Million erfasste Arten von Krabblern, Fliegern und Summern. Häufig ungesehen und mit zahlreichen Nachkommen bevölkern sie nahezu jeden Winkel unserer Erde.
Schaben, gemeinhin auch als Kakerlaken bekannt, sind selbst für Insektenverhältnisse besonders geschickt darin, sich selbst an die widrigsten Lebensverhältnisse anzupassen. Doch was macht die Sechsbeiner so besonders?

Schabenleben

Ungefähr 4.600 Arten von Schaben sind weltweit bekannt. Die meisten davon hausen in feucht-warmen Lebensräumen wie beispielsweise den Tropen oder Subtropen.

Foto: Evgeniya Litovchenko / Depositphotos.com

Makabere Schönheit: Schaben als Kunstobjekt. Foto: Evgeniya Litovchenko / Depositphotos.com

Die Größe variiert zwischen 5 mm und über 10 cm, wobei in Deutschland nur wenige kleine Arten leben (vorwiegend Waldschaben). Ein Schabenleben kann je nach Art 2-4 Jahre lang sein. In dieser Zeit können die ausgewachsenen Exemplare bis zu 1000 (!) Nachkommen zeugen. In Sachen Fortpflanzungsgeschwindigkeit kann diesen Krabblern also schon mal keiner was vormachen.

Beweglichkeit

Obwohl die meisten Schaben-Arten zwei Paar Flügel besitzen, sind viele kaum flugfähig, sondern setzen vielmehr auf blitzschnelle Fortbewegung auf dem Fußboden.

Aufgrund eines speziellen Haftlappens zwischen den Krallen am Ende jedes der sechs Beine können Kakerlaken auch an glatten, senkrechten Flächen oder an Decken laufen.

Durch ihre flache, längliche Form können sie sich zudem sehr gut verstecken. Bei der Flucht vor Fressfeinden, einem menschlichen Hausschuh oder der Fliegenklatsche sind Schaben also meist schneller und geschickter als der Verfolger und finden Schutz in kleinsten Spalten und Hohlräumen. Schnelligkeit, die Fortbewegung in wirklich alle Richtungen und das Leben im Untergrund sind weitere Pluspunkte für sie im Kampf ums Überleben.

“Dicke Haut”

Unter den zusammengefalteten Flügeln sitzt ein robuster Chitinpanzer, der sowohl starke Schläge als auch erhöhte Strahlung aushält. Die Legende, dass Schaben als einzige Überlebende aus einem Atomkrieg hervorgehen könnten, kommt also nicht von ungefähr. Sogar den Verlust eine Körperteils können Schaben mehr oder weniger locker ausgleichen: Gehirn und Nervensystem sind nicht wie bei Säugern an einer Stelle im Kopf und Wirbelsäule, sondern auf verschiedene Zentren im Körper aufgeteilt. So kann eine Schabe sogar einige Zeit ohne Kopf weiterleben (!), ist jedoch nicht mehr fähig Nahrung aufzunehmen und stirbt deswegen nach ein paar Tagen kopflosen Umherirrens.

Weißbrot ist ein Festmahl für Schaben, sie geben sich aber auch mit weniger zufrieden. Foto: Ivelin Radkov / Depositphotos.com

Weißbrot ist ein Festmahl für Schaben, sie geben sich aber auch mit weniger zufrieden. Foto: Ivelin Radkov / Depositphotos.com

Wenn Schaben fressen, sind sie allerdings nicht wählerisch: Auf ihrem Speiseplan steht so ziemlich alles, egal ob pflanzlichen oder tierischen Ursprungs. Totholz, Pilze, Algen, Laub am Waldboden, aber auch in seltenen Fällen andere Insekten oder Artgenossen machen Schaben satt, wenn es die Situation eben erfordert.

Und das ist auch der Knackpunkt, wenn es ums Überleben geht: So viele verschiedene Schabenarten es auch gibt, so viele Größen, Formen und Lebensgewohnheiten haben sie. Sie passen sich eben an ihre Umwelt an. Und Schaben sind der beste Beweis dafür, dass sich das langfristig fürs Überleben auszahlt. Ob Schaben nun tatsächlich nach einem Atomkrieg als einzige die Welt bevölkern, sei dahin gestellt – Hoffen wir, dass wir das nie herausfinden.

Ein Gedanke zu „Insekt des Monats Juli: Die Schabe

  1. Woher kommt es eigentlich, dass die Kakerlake einen gar so schlechten Ruf hat und sie ja quasi als Synonym für Ekel steht? Ich meine klar, sie ist keine Schönheit und taucht auch immer wieder in den nicht gerade passensten Momenten und Umgebungen auf..aber sie doch auch nicht recht viel unästhetischer als anderes Ungeziefer und macht auch keine krass anderen Sachen? Sind es wirklich nur Optik und die Tatsache, dass sie öfters mal in Duschen und Schlafzimmern auftauchen, die dahinter stecken? Oder gibt es noch andere Gründe für diesen Kakerlaken-Ekel?

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