27 Mai

Insekt des Monats Mai: Der Maikäfer

Foto: Frank Hollenbach, Pixelio.de

Seit Peterchens Mondfahrt und Wilhelm Buschs Max und Moritz wohl einer der bekanntesten Käfer in Deutschland – und das, obwohl er gar nicht so häufig vorkommt. Unser Insekt des Monats ist der große, braune Brummer, der den armen Onkel Fritz so unliebsam aus dem Schlaf gerissen hat. Doch was macht ihn so besonders?

Maikäfer, wissenschaftlich Melolontha genannt, gehören zur Familie der Blatthornkäfer. Die Bezeichnung geht auf die charakteristischen, blattartig aufgefächerten Fühler zurück, wobei diese beim Männchen etwas größer ausfallen als beim Weibchen. Unverwechselbar sind auch die braunen Vorderflügel, die panzerartig auf dem Rücken des Käfers liegen, und die weiße Zackenmusterung an den Seiten. Die Körpergröße eines ausgewachsenen Maikäfers beträgt bis zu 3 cm. Allerdings vergeht einige Zeit, bis das Insekt sein Stadium als Imago erreicht hat.

5 Jahre unter Tage

Die ausgewachsenen Maikäfer haben nur eine kurze Lebensdauer. Es dauert gerade mal 4-7 Wochen, bis sich die Käfer fortgepflanzt haben. In dieser Zeit fressen sich die Insekten an Laubbäumen satt und machen durch lautstarkes Brummen auf sich aufmerksam. Direkt nach der Begattung sterben die Männchen, die Weibchen, nachdem sie die Eier gelegt haben. Der Großteil des Maikäferlebens findet im Larvenstadium unter der Erde statt. Die Larven, auch Engerlinge genannt, schlüpfen nach 1-2 Monaten aus ihren Eiern und verbringen dann bis zu fünf Jahre (!) in lockeren Humusböden. Neben dem Hirschkäfer und anderen Großkäfern ist der Maikäfer also ein echter Methusalem.

Und die lange Lebenszeit als Larve kann auch schnell zum Problem werden: Da bis zu 100 hungrige Engerlinge aus ihren Eiern schlüpfen, kann ein Befall im Boden Kulturpflanzen einen erheblichen Schaden zufügen. Landwirte versuchen daher die Maikäferbestände seit Jahrzehnten zu verringern, um Ernteausfällen entgegenzuwirken. Verständlich im Sinne der Landwirte aber alarmierend für Käferliebhaber: Sogenannte “Maikäferjahre”, also Jahre, in denen eine große Generation von Maikäfern schlüpft, umhersurrt und frisst, sind mittlerweile ein seltenes Naturschauspiel. Wenn überhaupt, sind diese nur noch regional zu erleben. Das Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises beispielsweise kündigt auf seiner Webseite für das Jahr 2016 ein solches Maikäferjahr für die Region an. Eine gute Gelegenheit für alle, die einen summdenden, brummenden Dämmerabend einmal erleben wollen.

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