11 Nov

Insekt des Monats November: Gemeiner Nagekäfer

Foto: © entomart / Wikimedia Commons

Der wissenschaftliche Name dieses kleinen Krabblers ist Anobium punctatum, aber berühmt berüchtigt geworden ist er unter einer anderen Bezeichnung: Die Rede ist vom Holzwurm.

Seinen umgangssprachlichen Rufnamen bekam der Käfer vornehmlich wegen der Aktivität der Larven. Nachdem diese den Eiern entschlüpfen, fressen sie sich bis zu ihrer Verpuppung gerne durch ihren hölzernen Wohnraum. Wenn sich nach 1-8 Jahren (!) aus der Puppe der ausgewachsene Käfer entwickelt hat, legt dieser wiederum nach der Paarung seine Eier in das Holz. Man sollte also nicht unbedingt darauf bauen, dass die Kurzlebigkeit der Insekten einen Befall beendet.

Meist ist der Besuch des kleinen Vielfraßes an den charakteristischen Löchern im kontaminierten Holzstück zu erkennen. Falls man den Käfer selbst mal zu Gesicht bekommt, hat er eine Körpergröße von 2,5-5 mm. Da der Kopf unter dem Halsschild verborgen ist und die dichte Behaarung auf den Flügeldecken eine Streifenoptik erzeugt, besitzt der Nagekäfer ein recht kompaktes, stromlinienförmiges Aussehen.

Lebensraum und Bekämpfung

Der “Holzzerstörer” ist in ganz Europa verbreitet und häufig ganz in unserer Nähe zu Hause. Er lebt vorwiegend in Möbeln, Musikinstrumenten und Holzfiguren – kurz gesagt, in allem Holz, das uns umgibt. Allerdings mag es der kleine Vielfraß gerne kühl und etwas feucht, weswegen er eher selten in ausreichend beheizten Wohnzimmern sein Unwesen treibt. Stattdessen beschränkt er sich eher auf Kirchen, Gewölbe, Dachstühle oder ähnliches. Falls er doch in freier Natur zu Gange ist, trifft man den Käfer an trocken gelagertem Laub- und Nadelgehölz.

Ein Raum mit funktionaler Zentralheizung, ist vorbeugend wohl die wirksamste Bekämpfungsmethode. Die warme, trockene Luft führt meist zum Absterben der Insekten oder beugt zumindest eine weitere Ausbreitung vor. Falls doch ein hartnäckiger Befall vorliegt, gibt es die Möglichkeit der chemischen Bekämpfung. Bitte lassen Sie sich hierzu beim Holzfachhandel beraten.

Wer auf chemische Stoffe verzichten möchte, kann das Holz über eine Stunde auf 55°C (im Holzinneren) erhitzen und so die Schädlinge abtöten. Der eigene Backofen oder die Sauna sind dafür allerdings nur mäßig geeignet, da hier entweder Brandgefahr herrscht oder sich das Holz verziehen kann. Professionell kann die Hitzebehandlung in einer feuchtigkeitsregulierten Klimakammer vorgenommen werden. Klima- oder Umwelttechniker in Ihrer Nähe stehen Ihnen dabei sicher gerne beratend zur Seite.