05 Feb

“Insekten-sterben” nicht überall

Mückenparadies Wolgadelta, Von Markv, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1759441

Der dramatische Rückgang von Insekten-Populationen ist in aller Munde. Das ist auch gut so, denn die Förderung des Bewusstseins ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Insektenschutz spielt eine immer größere Rolle und soll damit auch die Existenz der Menschheit garantieren. Es gibt allerdings nicht das „eine“ Rezept, sondern vielfältige Methoden zur Unterstützung der Kleintiere. In einem bestimmten Lebensraum muss den Insekten aktuell nicht „unter die Flügel gegriffen werden“.

Nach der „Vier-Elemente-Lehre“ besteht alles Sein aus den vier Grundelementen „Erde“, „Wasser“, „Luft“ und „Feuer“. Die ersten drei Rubriken nutzen Insekten als „ihren“ Lebensraum. Natürlich gibt es von Gattung zu Gattung Unterschiede. Überwiegend besiedeln die Flugtiere die Lüfte sowie die Erde. Wasser spielt für viele Arten allerdings ebenfalls eine lebens- bzw. überlebenswichtige Rolle. So legen fast alle Stechmücken ihre Larven beispielsweise im Wasser ab. Der Wasserläufer hat seinen bevorzugten Lebensraum auf der Wasseroberfläche gefunden. Einige Insekten tauchen für längere Zeit ins kühle Nass ein, obwohl sie über ihr Tracheen-System Sauerstoff benötigen. Hier hat „Mutter Natur“ wieder mal ganze Arbeit geleistet. Teilweise verlagerte sie die Aufnahme an das Hinterende und somit können die Kleintiere ihre vorderen Extremitäten dauerhaft unter der Wasseroberfläche belassen. Die Ruderwanze bedient sich eines raffinierten Schachzuges. Sie nimmt unter ihren Flügeln eine Luftblase mit ins Wasser, wodurch sie sich wie ein Taucher für längere Zeit in diesem Element aufhalten kann.

Nun spricht die ganze Welt vom „Insektensterben“. Wie entwickelten sich die Populationen, welche am oder im Wasser leben? Die Antwort fällt eindeutig aus: Wesentlich besser als ihre Artgenossen zu Lande. Von Rückgang oder sogar Aussterben keine Spur. Vielmehr berichten Forscher über eine Zunahme. Seit den 90er-Jahren beobachten Wissenschaftler in Seen und Flüssen Europas sowie Nordamerikas etwa elf Prozent mehr Wasserinsekten.

Worin ist die obige These begründet? Bereits in 60er-Jahren erkannten Experten unseres Kontinents eine zunehmende Wasserverschmutzung. Vielfältige Maßnahmen führten langsam, aber sicher zu einer Verbesserung dieses Missstandes. Das zahlt sich heute aus und verschaffte den Lebewesen einen Lebensraum. Der Bau von Kläranlagen oder die Einbettung von Flüssen und Bächen in die natürlichen Gegebenheiten sind nur zwei Beispiele, die zu einer deutlichen Verbesserung der Wasserqualität führten. Mehr als drei Milliarden Euro haben die Schweiz, Österreich, Liechtenstein und Deutschland in die Hand genommen. Im wahrsten Sinne des Wortes zahlte sich diese Investition aus. Bereits um die Jahrtausendwende sprachen viele Forscher von Zuständen wie in den 60er-Jahren.

Auf dem Speiseplan von vielen Menschen, inklusive Vegetariern, stehen unter anderem Fische. Auch deren Aufkommen stieg in sauberen Gewässern deutlich an. Eine ihrer überlebenswichtigen Nahrungsquelle stellen Insekten an der Wasseroberfläche dar. Damit schließt sich der Kreis und alle Protagonisten vom Menschen über den Fisch bis hin zum Wasserinsekt freuen sich über gute Wasserqualität. Als Erkenntnis lässt sich festhalten, dass Gartenbesitzer jede Menge gegen das Insektensterben machen können. Die Errichtung eines Teiches lockt sicherlich viele Kleintiere in ihr neues „Zuhause“. Viel effektiver und wertvoller ist allerdings die Unterstützung von Insekten, welche nur auf der Erde und in der Luft leben. Diese erfreuen sich an Blumenwiesen, Bienenhotels & Co. Mit Insektenschutzgittern sorgen Sie zudem für die natürliche Distanz zu den Kleintieren.

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