23 Jul

Insektenfänger der Lüfte: Schwalben

Mehlschwalbe; von C. Robiller / www.naturlichter.de - http://www.naturlichter.de/key/Mehlschwalbe, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=20410875

“Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.” Diese vielzitierte Bauernregel verdeutlicht, dass uns unsere Schwalben nur in den Sommermonaten beehren. Normalerweise kommen die kleinen Zugvögel in Schwärmen aus ihren Winterquartieren südlich der Sahara zu uns. Dass sie nun eine Würdigung auf diesem Blog erhalten, liegt an ihrer Hauptnahrung – fliegenden Insekten – und am Umstand, dass sie unsere Unterstützung benötigen.

Es gibt zahlreiche Schwalbenarten. In Europa sind vier davon heimisch: Felsen-, Mehl-, Rauch- und Uferschwalbe. Bevorzugt kehren die flinken Flieger immer wieder an ihren Geburtsort zurück. Seit langer Zeit leben sie hier in gern gesehender Koexistenz mit den Menschen, vertilgen sie doch jedes Jahr Myriaden von Mücken und anderen kleinen Plagegeistern.

Dabei sind die sommerlichen Schwalbenschwärme keine Selbstverständlichkeit mehr, denn mit ihrer Nahrung sind auch die Vögel vom Artenrückgang betroffen. Von Jahr zu Jahr fehlt in immer mehr Regionen ausreichend Nahrung für die Aufzucht der Brut. Wo die Schwalben und weitere Insektenfresser ausbleiben, können sich wiederum mehr Stechmücken entwickeln, an denen gerade in diesem Jahr kein Mangel herrscht.

Allerdings sind die Sorgenvögel nicht überall gleich willkommen. Während sich Landwirte normalerweise freuen, wenn die unermüdlichen Flugkünstler ihre auffälligen Nester unter die Scheunendächer kleben, hält sich die Freude bei Eigenheimbesitzern in Wohnsiedlungen zumeist in Grenzen. Schließlich fällt sowohl beim Bau als auch beim Brutbetrieb der Nester regelmäßig Schmutz und Kot auf die darunterliegenden Gärten, Terrassen oder Balkone. Mittlerweile werden immer mehr Häuser absichtlich so gebaut, dass Schwalben keine Bauplätze mehr unter den Dachvorsprüngen und Giebeln finden.

Wenn Sie als Hausbesitzer unsere Schwalben unterstützen wollen, lassen Sie sie doch unter Ihrem Dach brüten! Der Naturschutzbund NABU hat die Aktion “Schwalbenfreundliches Haus” ins Leben gerufen und bietet online einen Aktionsleitfaden an. Dazu zählen Tipps für das Anbringen von Kunstnestern und sogenannten Kotbrettern, damit der anfallende Schmutz Ihre Wohnqualität nicht beeinträchtigt. Schwalbenfreunde können sich dazu online für eine NABU-Urkunde samt Plakette bewerben.

Gartenbesitzer können ihren kleinen Sommermitbewohnern helfen, an Futter und Nestbaumaterial zu kommen, indem sie den Außenbereich insektenfreundlich bepflanzen und die eine oder andere Lehmpfütze anlegen. Im Gegenzug dürfen sie vielkehliges Schwalbengezwitscher und atemberaubende Flugkunstvorführungen genießen.

Auch wenn “Ihre” Schwalben sich als eifrige Mückenräuber erweisen, machen Fliegengitter vor Fenstern und Türen nach wie vor – oder erst recht – Sinn. Schließlich soll sich die surrende Schwalbennahrung ja nicht durch Flucht in Ihre Wohnung ihrer Bestimmung entziehen können.

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