05 Mrz

Insektenschutz bekommt Gegenwind

Foto: Axel Hindemith, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gr%C3%BCnes_Kreuz_Schild_Acker_Region_Hannover.jpg

Meistens hat die Medaille bekannterweise zwei Seiten. Lockdown lockern – Anstieg der Corona-Infizierten. Lockdown verschärfen – massive Einschränkungen für die Menschheit bis in die Grundrechte. Ein typischer Interessenskonflikt entsteht auch beim Thema „Insektenschutz“. Landwirte, Winzer und Waldbesitzer setzen sich zunehmend zur Wehr. Heute beleuchten wir mal ihre Standpunkte.

Ein modifiziertes Insektenschutzgesetz ist in der „Pipeline“. Das geplante Papier soll in Kürze greifen, tiefgreifende Änderungen und Einschnitte sind die Folge. Der Grund ist klar und wir hatten ihn bereits in vorherigen Artikeln thematisiert: Der Insektenwelt soll unter die Flügel gegriffen werden, damit sie nicht ausstirbt. Dies hätte fatale Folgen für die Menschheit, allerdings stößt die neue Strategie nicht ausschließlich auf Gegenliebe. Analog zu den Kleintieren ist die Bevölkerung auch von der Versorgung durch die Landwirtschaft abhängig. Viele Landwirte sehen ihren „Bestand“ jedoch gerade wegen den anstehenden Planungen zum Insektenschutz bedroht. Rettet die Politik auf Kosten der Landwirte, Winzer und Waldbesitzer die Existenz der Kleintiere?

Wer kennt sie nicht? Die grünen Holzkreuze in unserer Ackerlandschaft. Im Jahr 2019 rief Landwirt und Manager Willi Kremer-Schillings die stille Protestaktion „Grüne Kreuze“ ins Leben. Landwirte befürchten, dass ihnen durch Insektenschutz-Maßnahmen der Politik die Luft zum Atmen abgeschnürt werde. So ginge das „Insektenschutzpaket“ von Umweltministerin Svenja Schulze völlig an der Realität vorbei. Inhalte sind unter anderem das vollständige Verbot von Pflanzenschutzmitteln in Schutzgebieten, das Stellen von artenreichem Grünland sowie großen Streuobstwiesen unter Biotopschutz und massive Vorgaben bei Böschungsoberkanten zu Gewässern. 1,3 Millionen Hektar wären von den neuen Auflagen betroffen. Beistand für die vielen von den existenzbedrohenden Maßnahmen Betroffenen kommt ebenfalls aus der Politik: „Finger weg vom Eigentum unserer Bäuerinnen und Bauern. Für viele Landwirte kommen die Gesetzesentwürfe einer ‚kalten Enteignung‘ gleich“, mahnt die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber.

Tatenlos oder nur mit stillem Protest in Form von grünen Kreuzen geben sich die Landwirte nicht zufrieden. Vermehrt kommt es in den vergangenen Monaten im gesamten Bundesgebiet zu Protestaktionen. Meist reihen sich Schlepper an Schlepper wie an einer Perlenkette. So auch am 9. Februar anlässlich des „unterfrankenweiten Aktionstages zum geplanten Insektenschutzgesetz“. 350 Schlepper fanden sich auf dem Südzucker-Rübenhof in Ochsenfurt ein. Im Anschluss an die Kundgebung verliehen sie ihrem Standpunkt im Rahmen einer Sternfahrt zu den Bezirksgeschäftsstellen der SPD, der Grünen und der CSU an unterschiedlichen Orten Nachdruck. Ein Schweinfurter Landwirt verkündete eindrucksvoll, dass Insektenschutz nur im Einklang mit der Landwirtschaft Sinn mache: „In meinem Raps brummt es nur so von Insekten. Wenn sich der Anbau nicht mehr lohnt, werde ich wohl auf Bio-Mais umschwenken. Insektenfreundlich ist das nicht.“

Wie so häufig gibt es hinsichtlich der Interessen in beiden Lagern wohl kein schwarz oder weiß. Sowohl Insekten als auch die Landwirtschaft ist schützenswert, weil beides für den Menschen existentiell ist. Damit sind automatisch Kompromisslösungen verbunden. Solange das Insektenschutzpaket in den Augen der Landwirte nicht mit Weitsicht und Vernunft ausgearbeitet wird, werden deren Protestaktionen kaum verhallen. Bilder wie die Traktoren-Gruppe unter dem Brandenburger Tor sollen die Sinne aller schärfen und sich in das Bewusstsein einbrennen. Mit unseren Insektenschutzgittern sorgen Sie auf natürliche Weise für den Erhalt der Insekten und kommen auch der Landwirtschaft nicht in die Quere. Das Beste tun Sie hierbei allerdings für sich selbst.

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