24 Mai

Insektenschutz mit Gruselfaktor: Fleischfressende Pflanzen (Teil 1)

Dionaea muscipula ("Venus Flytrap", "Venusfliegenfalle") that caught an insect victim. Foto: Sebastian Stahl, Germany, Wikimedia Commons

Es gibt viele Möglichkeiten, sich lästiger Insekten im Wohnraum zu erwehren: Man kann altbewährte Hausmittel anwenden, beispielsweise Küchenkräuter oder Schalen mit Essig an den Fenstern platzieren, man kann sich mit Ölen und verschiedenen Duftnoten schützen oder ein Fliegengitter vor Türen und Fenstern installieren, was sicher den effizientesten Schutz darstellt. Wer sich aber botanisch betätigen möchte, der kann sein Insektenschutz-Glück mit fleischfressenden Pflanzen testen. 

Fleischfressende Pflanzen, in Fachkreisen auch Insektivoren oder Karnivoren genannt, sind Pflanzen, die mit ihren Blättern Beutetiere, meist Gliedertiere oder Einzeller, aber auch größere Tiere, beispielsweise Frösche oder Mäuse, fangen und verdauen. Auf diese Weise versorgen sie sich – gerade an Extremstandorten wie Moor- oder Felsenlandschaften – mit Mineralstoffen.
Es gibt verschiedene Arten von fleischfressenden Pflanzen, die aufgrund ihrer Größe und Beschaffenheit auf eine bestimmte Art der Beute spezialisiert sind. Man unterscheidet sie nach fünf verschiedenen Fallentypen, die im Folgenden genauer unter die Lupe genommen werden.

Die Klebefalle

Eine wirkungsvolle und zugleich grausame Fangmethode ist die Klebefalle, wie sie beispielsweise von den Gattungen Sonnentau, Taublatt oder Teufelskralle praktiziert wird. Pflanzen, die ihre Beute auf diese Weise fangen, besitzen an ihren Blättern Drüsen, die ein klebriges, aber duftendes Sekret absondern können. Durch den Duft werden Insekten angelockt, die dann sofort kleben bleiben. Die Bewegungen fixieren das Insekt an mehreren Stellen und stimulieren gleichzeitig die Drüsen der Pflanze, mehr und mehr Sekret zu bilden, damit das Tier keine Chance mehr hat, der schleimigen Umarmung zu entkommen. Nachdem die Beute gefangen ist, schüttet die Pflanze Enzyme aus, die dafür sorgen, dass das Insekt verdaut und zersetzt wird.
Es gibt zwei Arten von Klebefallen: Die passiven Klebefallen fangen die Beute ausschließlich durch das Sekret, während die aktiven Klebefallen zusätzlich ihre Blätter bewegen und das Insekt auf diese Weise gezielt zum Sekret hindrängen.

Die Klappfalle

Die Klappfalle ist die wohl bekannteste Fangtechnik der fleischfressenden Pflanzen, beispielsweise praktiziert von der Venusfliegenfalle. Bei dieser Methode schließen sich zwei Blatthälften innerhalb weniger Sekunden um das Insekt, sodass es keine Chance hat, zu entkommen. Ausgelöst wird der Mechanismus durch drei bis neun kleine Fühlhaare auf den Blattinnenseiten, die allerdings nicht auf Regen oder Luftzüge reagieren.
Nachdem die Beute zwischen den beiden Hälften des Blattes gefangen ist, bildet sich dort ein Hohlraum, in dem das Insekt durch Sekrete verdaut wird. Nach etwa acht Tagen öffnen sich die Hälften wieder und geben die unverdaulichen Reste des Insekts frei.

Neben der Klebe- und der Klappfalle gibt es weitere Fangtechniken. Was es mit Saug-, Fallgruben- und Reusenfallen auf sich hat, berichten wir Ihnen im zweiten Teil von “Insektenschutz mit Gruselfaktor: Fleischfressende Pflanzen”.

Ein Gedanke zu „Insektenschutz mit Gruselfaktor: Fleischfressende Pflanzen (Teil 1)

  1. Wir haben auch ein paar davon hier stehen (Venusfliegenfalle) und wir sind alle ziemlich begeistert davon.
    Auf die eine Art ist es tatsächlich etwas gruseliges, aber gleichzeitig auch faszinierend.
    Können wir auf jeden Fall allen empfehlen, das mal auszuprobieren. Vorallem sind Venusfliegenfallen auch nicht so super teuer.

    Liebe Grüße
    Mina

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