21 Apr

Insektenschutz um jeden Preis?

Eine Schüssel voller Mehlwürmer - von Pengo - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4412449

Insektenschutz wird weiterhin groß geschrieben. Wir berichteten ausführlich über Nutzen bis hin zur Lebensnotwendigkeit der Kleintiere für den Menschen. Wie weit greifen Insekten aber negativ in unsere Gesundheit und Lebensraum ein, wenn sie ins Hausinnere gelangen? Der Fachmann unterteilt die potenziellen Folgen der Störenfriede in unterschiedliche Kategorien.

Kein Fliegengitter bietet dem Menschen hundertprozentigen Schutz vor Kleinstlebewesen. Ohne Barrieren machen es sich Insekten in der Regel allerdings weitaus häufiger im Hausinneren gemütlich. Dabei unterscheidet der Experte verschiedene Rubriken von „harmlos“ bis „gesundheitsgefährdend“. Unser kleiner praxisnaher Exkurs startet bei der Gruppe der „Lästlinge“. Von ihnen gehen in der Regel keinerlei Einbußen für den Menschen oder Materialien aus. Aus hygienischen Gründen und vor allem aufgrund des Wohlbefindens fühlen sich die meisten Menschen an der unmittelbaren Seite dieser Geschöpfe nicht wohl. Das ist aufgrund der natürlichen „Ekel-Reaktion“ zwar verständlich, rational betrachtet ist die Beseitigung allerdings eher unlogisch. Diese Insekten leisten dem Menschen nämlich oftmals einen großen Dienst, da sie Schädlinge vertilgen.

Mehr Bedrohung als von „Lästlingen“ geht von der Gruppe der „Materialschädlinge“ aus. Sie greifen unterschiedliche Oberflächen an und können diese zerstören. So ist die Borkenkäferplage in Wäldern in aller Munde, weil ganze Landstriche ihren Holzbestand verlieren. Typische Insekten im Hausinneren sind Holzwürmer, Kleidermotten oder Teppichkäfer. Für den Menschen besteht zwar kein direktes Gesundheitsrisiko, außer der Zweibeiner erleidet aufgrund der durchlöcherten Schrankwand vor Wut einen Schwächeanfall.

Spätestens bei „Hygieneschädlingen“ hört der Spaß auf. Sie können durch winzige Einstiche Krankheitserreger auf Mensch und Tier übertragen. Flöhe sind für Hunde und Katzen eine ernsthafte Gefahr. Die durch Milben hervorgerufene Hausstauballergie ist in Europa nach der Pollenallergie die zweithäufigste Allergieform überhaupt.

Spätestens seit dem „Dschungel-Camp“ kennt sie jeder: Die Vorratsschädlinge. Diese Spezies richtet Fraßschäden in Lebensmitteln an. Die Ausbreitung erfolgt im Eiltempo und kann schnell einen Kammerjäger auf den Plan rufen. Mehlkäfer, Speckkäfer, Schaben oder Lebensmittelmotten zieht Nahrung in ihren Bann. Auch die bekannten Fruchtfliegen interessieren sich mit Vorliebe für Obst. Im Gegensatz zu Motten sind sie für den Menschen nicht gefährlich, da sie keinen Kot mit Krankheitserregern ablegen. Als Störenfriede und somit zur ersten Gruppe der „Lästlinge“ zählen sie zweifelsohne.

Über verschiedene Bekämpfungsmethoden berichteten wir bereits in früheren Artikeln. Wie so oft gilt aber auch hier das Credo: Prophylaxe ist deutlich sinnvoller als der Kampf gegen die Symptome. Aus diesem Grund ist der Schutz des Hauses mit Insektenschutzgittern alternativlos.

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