29 Jun

“Insektensommer” Teil 1 ist ausgewertet

Foto von Fadi, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19915200

Vor gut drei Wochen hatten wir auf die diesjährige Insektenzählung des Naturschutzbundes NABU hingewiesen. Vom 4. bis 13. Juni dauerte der Beobachtungszeitraum. Nun wurden die Ergebnisse veröffentlicht, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten.

“Zählen, was zählt!” lautet das Motto der Mitmachaktion und natürlich fallen markante Exemplare auf Augenhöhe wie Schmetterlinge, Bienen oder Käfer mehr auf als die unzähligen sechsbeinigen Winzlinge im Bereich der Grasnarbe oder darunter. Insgeamt verzeichnete der NABU 4.085 Meldungen mit 32.607 Beobachtungen und schlüsselt diese in einer Liste auf.

Nach der Anzahl der Beobachtungen ergibt sich folgende Top-10-Liste:
1. Asiatischer Marienkäfer   1.813
2. Steinhummel   1.699
3. Hainschwebfliege   1.427
4. Siebenpunkt-Marienkäfer   1.284
5. Wildbiene   1.145
6. Lederwanze   992
7. Westliche Honigbiene   877
8. Ameise (unbestimmt)   876
9. Fliege (unbestimmt)   780
10. Ackerhummel   702

Sie sehen schon: Je nach Expertenstatus der Beobachtenden beeinflusst die Zuordnung zu einer Insektenart die Rangliste. Können Sie sicher eine Westliche Honigbiene von einer Wildbiene unterscheiden oder eine Acker- von einer Steinhummel? Besonders interessant ist sicherlich dagegen die Liste der beobachteten Individuen:

1. Blattlaus (unbestimmt)   1.268.376
2. Ameise (unbestimmt)   1.072.116
3. Waldameise (unbestimmt)   515.788
4. Westliche Honigbiene   157.831
5. Wildbiene   11.235
6. Asiatischer Marienkäfer   9.031
7. Steinhummel   8.255
8. Gemeine Feuerwanze   6.620
9. Fliege (unbestimmt)   6.370
10. Hainschwebfliege   5.796

Wie lange werden die Zählmeister wohl gebraucht haben, bis sie alle Blattläuse, Ameisen und Bienen durchgezählt haben? “Bitte nicht bewegen!”

Die Ergebnisse sind aus mehreren Gründen sicherlich nicht representativ und sagen in gewisser Weise mehr über die Beobachter aus als über die beobachteten Insekten. Optimisten und Sportler richten ihre Blicke gewöhnlich mehr nach vorne oder oben, während Pessimisten und Menschen mit Rückenbeschwerden vor allem den Bereich um ihre Füße im Fokus haben dürften. Vorsichtige Typen meiden wahrscheinlich die Bereiche, in denen sie Blutsauger wie Stechmücken oder Zecken vermuten. Bewegungsfreudige betrachten sich lieber die Waldfauna, die anderen bleiben lieber im Garten oder auf dem Balkon.

Auch wenn solche Details zu den Teilnehmern der Studie fehlen, lässt sich aus der Liste doch einiges herauslesen, vor allem, weil die Daten aus den Jahren 2018 und 2019 ebenfalls verknüpft sind. Daraus geht unter anderem hervor, dass die Asiatischen Marienkäfer sich kontinuierlich verbreiten, während die Hummeln tendenziell seltener beobachtet werden – im Gegensatz übrigens zur Holzbiene.

Wer sich die Listen und Vergleiche ausführlich ansehen möchte, kann das hier tun. Sollten Sie Lust bekommen haben, beim Insektensommer 2021 noch mitzumachen, haben Sie die Gelegenheit im Zeitraum vom 6. bis 15. August. Dann dürften sich einige andere Insektenarten in den Vordergrund krabbeln bzw. fliegen.

Bis dahin: Bleiben Sie naturverbunden und lassen Sie die Insekten, wo Sie sind: draußen!

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