17 Mrz

Kleiner Keim, große Wirkung – und was wir daraus lernen können

Corona-Virus, Schaubild, von CDC / Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAM / Public domain, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2019-nCoV-CDC-23311.png

Virus: Bis vor kurzem dachten wir bei diesem Begriff vor allem an Schadsoftware, die unsere vernetzte Computerwelt bedroht. Wenn etwas viral geht, waren damit Beiträge auf den Social Media Plattformen gemeint, die in Windeseile Zigtausende von Nutzern erreichen. Was war dagegen schon ein schnöder ansteckender Keim, der uns schlimmstenfalls eine zweiwöchige Krankschreibung beschert?

Nun ist alles anders: Katastrophenfall! Wer hätte gedacht, dass ein Coronavirus so sehr über uns herfällt, dass wir in unserer mitteleuropäischen Komfortzone die Schotten dichtmachen, uns voneinander fernhalten und in schützender Deckung abwarten müssen, was die Epidemie von uns übrig lässt?

Ganz gleich, wie schlimm es unsere Gesellschaft und jeden ganz persönlich trifft – es ist jetzt schon ein epochales Ereignis, das täglich den Großteil der Nachrichten bestimmt und uns in unserer gewohnten Freiheit so einschränkt wie keines innerhalb der vergangenen 75 Jahre. Dabei verursacht der Erreger weder Pest noch Cholera, verläuft bei den allermeisten Erkrankten offensichtlich milder als eine normale Grippe. Warum also die Panik?

Womöglich sind es gar nicht die Gefahren für unsere Gesundheit, die die Verantwortlichen über alle Grenzen hinaus zu so drastischen Maßnahmen veranlassen. Glücklicherweise werden ja nahezu alle Kinder vor Komplikationen verschont. Im Gegensatz zu Naturkatastrophen, die mit dem Fortschreiten des Klimawandels immmer häufiger und zerstörerischer prognostiziert werden, verändert die Corona-Pandemie ganz plötzlich unsere Lebensweise.

Zum Indikator für den Zustand dieser Entwicklung eignen sich gut die Börsenkurse, die beim ersten Auftreten des Coronavirus in ungesunden Höhen schwebten. Nun hat ein für das menschliche Auge unsichtbarer Geist die Blase zum Platzen gebracht, sodass wir wie nach der Finanzkrise von 2008 erneut aufbauen können.

Natürlich bedeutet der weitgehende Stillstand einen tiefen Einschnitt, der neben (lebens?-)wichtigen Umsätzen viele Arbeitsplätze kosten wird, doch hätte unserer Wirtschaft Ähnliches auch ohne den Virus blühen können.

Glücklicherweise entwickelt sich die Natur jetzt im beginnenden Frühling wie in den Jahren zuvor: Bäume treiben aus, Blumen beginnen zu blühen und Insekten vermehren sich. Zum Glück, auch für unser Geschäft!

Ein Gutes besitzt die Corona-Pandemie: Durch das weltweite Abbremsen der Wirtschaft werden die klimaschädlichen Emissionen verringert. Na bitte, geht doch, hören wir manchen Mahner flüstern. Trotz aller bedrohlicher Entwicklungen für Gesundheit und Wirtschaft besteht weiterhin die berechtigte Hoffnung, dass wir in einigen Wochen aufatmen können und uns einig sein werden in der Aussage: Es hätte schlimmer kommen können.

Im Bewusstsein, dass uns die Pandemie eine ganze Menge gelehrt hat, besteht nun die Chance, dass wir zukünftig vieles anders machen. So könnten wir uns zum Beispiel vornehmen, in Zukunft mehr regional einzukaufen. Es würde uns zukünftig doch eine Menge Angst nehmen, wenn insbesondere überlebenswichtige Produkte im eigenen Wirtschaftsraum produziert würden.

Wenn ein bewussteres Leben und Wirtschaften zu mehr Achtsamkeit und Gemeinsinn führen würde, könnten wir bei der nächsten Viruswelle – die ganz sicher kommen wird – sicherlich etwas gelassener bleiben. Was meinen Sie?

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