12 Feb

Kopf schütteln und Insektenschutz

Agrarflugzeug, welches Insektizide über einem Feld versprüht. Diese Form der Pflanzenschutzmittelapplikation ist in der EU verboten. Foto: gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2046752

Was glauben Sie? Woraus besteht derzeit die am häufigsten ausgeübte Bewegung? Draußen spazieren gehen? Ganz kalt! In der Küche nachsehen, was noch im Kühlschrank ist? Etwas wärmer! Hmmmm… Sie erraten es nicht? Gut! Wir wissen es auch nicht, aber bei den Nachrichten, die tagtäglich veröffentlicht werden, haben wir einen heißen Tipp: Kopf schütteln!

Kopf schütteln, ja, denn dazu gibt es reichlich Anlass. Mit jeder Nachricht zu Corona und den Maßnahmen dagegen werden sicherlich jede Menge Köpfe geschüttelt. Mal die einen, dann die anderen, je nachdem, wie man darüber denkt. Allein die Uneinigkeit zwischen den Ländern, aber auch innerhalb – fast schon zum Haare raufen! Bei der Impfstrategie, dem Thema Schulen und Kindergärten: Kopfschütteln – bei Lehrern, bei Eltern und vermutlich ganz vielen Kindern. Wenn nicht jetzt, dann auf jeden Fall im Nachhinein!

Kopfschütteln über Sonderrechte für Profisportler, über Menschen, die im Internet bei dem einen bestimmten Händler einkaufen, während nebenan unsere Einzelhändlernachbarn in Existenznot erstarren. Kopfschütteln über das Verhalten von Menschen: beim Einkaufen ohne, beim Autofahren mit Maske, im Supermarkt vordrängeln, beim Spaziergang außen die Straßenseite wechseln.

Dann das Thema Gesundheit und Ernährung: Einerseits klagen, dass Hallensport verboten ist, aber nach wie vor fährt man mit dem Fahrzeug zum Einkaufen: Billiges Fleisch, Tiefkühlpizza, Industrieware mit viel Zucker und Palmöl, wofür Urwälder gerodet werden. Kopf schütteln!

Wussten Sie, dass Corona die Erderwärmung beschleunigt, weil gerade die Luft sauberer ist? Merkwürdig, ist aber so!

Unabhängig von Corona gibt es auch jede Menge Schüttel-Gründe: Im Dezember haben wir noch über das Insektenschutzgesetz geschrieben und den Clinch zwischen Landwirtschafts- und Umweltministerin. Jetzt wurde der Vergleich geschlossen. Wer hätte es gedacht? Die Frage ist, ob es ein guter Vergleich ist. Die Landwirte schütteln den Kopf. Die Umweltschützer größtenteils auch. Vermutlich aber schütteln die Insekten umso mehr – oder weniger (gibt ja kaum noch welche).

Die Zukunft liegt in der Digitalisierung, sagen die einen, in der Nachhaltigkeit, berichtigen die anderen. Wenn alles auf dem Spiel steht, sind Kompromisse meistens faul, stellt die Erkenntnis fest.

Ein bisschen Lockdown hat ihn nur verlängert. Ein bisschen Klimaschutz wird die Erderwärmung nicht aufhalten (Erderwärmung: Draußen sind es grad -10°; trotzdem: früher wären es -20° gewesen). Ein bisschen Artenschutz wird viele Arten nicht retten und mit der Nahrungskette setzt sich das fort. Wissen wir, ahnen wir, können wir vermutlich bald kopfschüttelnd bestätigen.

Was wollen wir? Was wollen Sie? Was willst du?

Vermutlich hilft nur schnelles entschlossenes Handeln. Auch beim Insektenschutz! Was passiert, wenn wir es von jetzt auf gleich ohne Insektizide, Pestizide, Herbizide versuchen? Weniger Ertrag, sicher! Müssen wir halt mehr bezahlen für die Ökoprodukte. Geld ist genug da, um ganze Branchen monatelang stillzulegen, warum dann nicht für gesunde Lebensmittel?

Karneval, Fasching und Fasenacht waren bis letztes Jahr anders. Bei uns hier und auch anderswo, zum Beispiel in Rio. Mit Musik und Leute treffen! Und Kopfschütteln. Besonders in Rio 🙂

Heuer ist alles anders. Selbst Faschingsmuffel sind der Meinung: Leider!

Da sind wir uns einig, richtig? Nutzen wir die Zeit doch zum Nachdenken und zum Handeln, damit es in Zukunft besser wird. Gemeinsam und nachhaltig.

Bitte nicken!

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