08 Jul

Lavendel – ein „Honigkuchen“ für Bienen

Lavendel mit Insekten

In unserer Serie der insektenfreundlichen Gewächse widmen wir uns heute einer äußerst interessanten Pflanze. Aus ihr ziehen nicht nur Biene & Co. ihren Nutzen. Durch ihre Inhaltsstoffe und unverwechselbare Farbe bringt sie es sogar häufig in die Angebotspalette von Discountern. Erst kürzlich warb eine Kette in Verbindung mit Lavendel mit dem Prädikat „äußerst bienenfreundlich“.

In unserer Serie befassen wir uns ein Mal im Monat mit einer Pflanze, die sich längst zum Freund von Mensch und Tier entpuppte. Lavendel steht in der Gunst der Bienen sehr weit oben. Diese These untermauert die Tatsache, dass selbst Imkereien das Gewächs für die Kleintiere anpflanzen. Was sind die Gründe für diese sogenannte „Nebentracht“? Einerseits der zwischen 21 und 48 Prozent hohe Zuckergehalt des Nektars. Andererseits der immense Wert des Zuckers von bis zu 0,26 Milligramm pro Tag und Blüte.

Der Terminus „kein Zuckerschlecken“ trifft also auf die Verbindung Lavendel mit der Bienenwelt keineswegs zu. Doch auch wir Zweibeiner gewinnen dem Lippenblütler oftmals mehr als nur Zierde ab. So lebt insbesondere die mediterrane Küche vom Aroma des Lavendel. Der sogenannte „Echte Lavendel“ ist für die Parfümerie ein geschätzter Duftstoff. Bereits die Römer benutzten die Pflanze als Badeessenz, woher er seinen Namen erhielt. „Lavare“ bedeutet übersetzt nämlich „waschen“. Als Arzneidroge bedient sich sogar die Medizin dieses Gewächses. Im Gegensatz zum Anziehungspunkt für Insekten auf Balkon und im Garten können Extrakte eine gegenteilige Wirkung entfalten. Verfeinert mit alkoholischen Lösungen oder in Lavendelblütensäckchen zwischen der Wäsche schlagen sie ungeliebte Insekten in die Flucht.

Ein riesiger Vorteil für den Menschen besteht in den zahlreichen Facetten des Lavendel. Ob Balkon oder Garten – für jeden sind zahlreiche Varianten des Gewächses dabei. Damit lassen Nektar-Jäger Insektenschutzgitter links liegen. Nur als Zimmerpflanze präsentiert sich die ursprünglich mediterrane Pflanze nicht im besten Licht. Gerade in den Sommermonaten benötigt das Gewächs die Sonne für die Stärkung ihrer Vitalkräfte. Im geschwächtem Zustand hätten Pflanzenschädlinge und Pilzbefall leichtes Spiel.

Auf Balkonen oder Terrassen fühlt sich Lavendel in Pflanzgefäßen sehr wohl. Der mehrjährige Halbstrauch ist relativ pflegeleicht und winterhart. Nur extreme Witterungsbedingungen wie eisige Temperaturen könnten unschöne Folgen auslösen. Als Topfpflanze ist ein Wasserabzug beispielsweise in Form eines Loches in der Unterseite sinnvoll, denn Staunässe ist wie Gift für Lavendel. Verhältnismäßig viel Feuchtigkeit benötigt die Pflanze allerdings nach der Erstanpflanzung im Garten. Der ideale Zeitpunkt ist nach den Eisheiligen Mitte Mai.

Werden einige Regeln beachtet, dann steht einer großen Freude für Mensch und Insektenwelt nichts im Wege. Die ährenartigen Blütenstände leuchten klassisch in violettblauem Farbton. Rosafarbene oder weiße Blüten sind mittlerweile allerdings auch erhältlich. Zwischen 60 und 100 Zentimeter bringt ausgewachsener Lavendel auf die Messlatte. Dabei spielt keine Rolle, ob er im Beet oder als Topfpflanze aufgezogen wird. Und dann wäre da noch der atemberaubende Duft, von dem sich Mensch und Tier gerne betören lassen.

Foto (oben): Florian Geiger

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