15 Sep

Lichtersparnis ist „einleuchtend“

Würzburg bei Nacht - noch strahlt die Festung Marienberg weiterhin hell erleuchtet über der Stadt - in Zukunft nur noch bis 23 Uhr; Foto: M. Spörl

Ist es nicht verrückt? Menschen früherer Generationen hätten unser nächtliches Lichtermeer wohl als „Zauber“ bestaunt. Der Cowboy am Lagerfeuer hätte künstliche Lichtquellen sicherlich mit offenem Mund beäugt. Mittlerweile drehte sich die Perspektive um 180 Grad. Die Initiatoren der „Earth Night“ werben damit, den „Zauber“ einer dunklen Nacht zu erleben.

2020 ging die Kampagne „Earth Night“ an den Start. Eine Stunde Lichtverzicht im März soll auf das wichtige Thema „Klimaschutz“ aufmerksam machen. Im September wird dagegen jeder Bürger animiert, ab 22 Uhr für eine komplette Nacht vermeidbare Lichtquellen einzusparen. Hierbei soll auf die schlimmen Folgen von nächtlichem Kunstlicht für Mensch, Umwelt und Natur aufmerksam gemacht werden. Das Datum wird dabei nicht willkürlich festgelegt. Es orientiert sich an dem Freitag im September, welcher der Neumondnacht maximal am nächsten liegt.

Die zweite „Earth Night“ ging am 7. September 2021 über die Bühne. Der Termin für die dritte ist berechnet und steht für Freitag, den 23. September 2022 bereits fest. Mittlerweile bewerben viele Organisationen diese klimaschonende Aktion. So wandte sich beispielsweise der Deutsche Alpenverein mit einer Meldung im Internet an seine Mitglieder im Vorfeld der „Earth Night 2021“. Dem „Wohlfühlprogramm“ für die Natur wird hierdurch noch mehr Nachdruck verliehen. Folgende Handlungsempfehlungen gab der Verein seinen Mitgliedern an die Hand: Jalousien schließen, Außenlichter dämmen oder ausschalten, Lichtkegel nach unten neigen und Leistungen der Lichtquellen reduzieren.

Warum sollen Lichter in der Nacht überhaupt vermieden werden? Die „einleuchtenden“ Gründe sind vielfältig. Sie reichen von weniger wichtigen Aspekten bis hin zu lebenserhaltenden Maßnahmen. Unnötige Lichtquellen basieren oftmals auf Energiezufuhr. Diese geht nicht nur zu Lasten des Portemonnaies, sondern auch aufs Konto des Klimaschutzes. Das sind nur zwei Beweggründe, künstliches Licht nicht sinnlos zu vergeuden. Für den Menschen ist ein klarer Sternenhimmel immer gesünder als ein verblasster. Er fördert einen erholsamen Schlaf. Gesundheitlich ans Eingemachte geht es aber vor allem für die Tierwelt. Licht in der Nacht irritiert Pflanzen und leitet Vögel auf ihrer Zugroute fehl. Beim Blick auf das Insektenreich hört der Spaß dann komplett auf. Die nächtlichen Lichtquellen töten jeden Sommer zig Milliarden dieser Kleintiere. Damit können sie ihre für den Menschen wichtige Aufgabe als „Bestäuber“ nicht mehr ausführen. Außerdem fehlen sie als Nahrungsquelle für Fressfeinde. Natürlich führt dies nicht dazu, dass Menschen zum Schutz vor „kleinen Eindringlingen“ auf Insektenschutzgitter verzichten können. Trotzdem hebt die sogenannte „Lichtverschmutzung“ ganze Ökosysteme aus ihren Angeln. Darauf will die „Earth Night“ aufmerksam machen. In Sachen Klimaschutz ist natürlich auch ein bewusster Umgang mit „Lichtverschwendung“ am Tag ratsam.

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