06 Sep

Mensch oder Made – der Wettlauf um die Pilze

Ein Prachtexemplar einer Krause Glucke; Foto: James Lindsey at Ecology of Commanster, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3565079

Steinpilz, Rotkappe, Pfifferling, Wiesenchampignon, Parasolpilz oder Krause Glucke – die Pilzsaison startet in den “heißen” Herbst. Tummeln sich im Frühling und Sommer eher Wanderer, Jogger und Radler in den Wäldern, sind jetzt wieder die mit Körben und Messern bewaffneten Schwammerlsucher unterwegs, meist abseits der Wege den Blick hochkonzentriert auf den Boden gerichtet.

Mit geübtem Argusauge wird jede noch so kleine Kappe erspäht. Einem waschechten Pilzjäger entgeht kaum etwas. Denken sie jedenfalls. Allerdings gibt es Konkurrenz im Revier: Rehe und Wildschweine wären nicht so schlimm, Schnecken – naja, die Schleim- und Fraßspuren kann man großzügig wegschneiden. Aber das Schlimmste sind eindeutig die heimtückischen Maden, vor allem, wenn der Fruchtkörper äußerlich so gesund aussieht, dass man am liebsten gleich reinbeißen würde.

Ja, Pfeifendeckel – Maden, eklige kleine weiße Maden! Wer braucht sowas? in solchen Fällen sind Insekten wieder einmal schneller gewesen. Interessant: Die meisten Sammler sprechen nicht von madigen, sondern von wurmigen Pilzen. Zumeist stammen die kleinen “Würmer” übrigens von Pilzmücken, doch tummelt sich auch anderes Fraßvolk, manche winzig klein, im schnell dahingammelnden Fruchtfleisch. Auch die Larven einiger Käferarten, die sogenannten Drahtwürmer (Da ist er doch, der Wurm!) fressen hartnäckig Gänge in die begehrten Stiele und Kappen.

Was soll man dagegen tun? Sich ärgern bringt nichts, also den Augenblick des Fundes genießen und beharrlich weitersuchen. Bestimmt haben auch die Mücken nicht alle Schwammerl entdeckt.

Doch weil nicht alle Waldinsekten auf Pilze fliegen, sondern manche auf Blut, werden häufig die (Pilz-)Jäger zum Gejagten. Neben Stechmücken sind im feuchtwarmen Waldklima etwa Bremsen oder Hirschlausfliegen nicht nur äußerst lästig, sondern können auch ernsthafte Entzündungen hervorrufen und Krankheitserreger übertragen. Deshalb empfiehlt sich, angemessene Kleidung an und Repellentien bei sich zu haben.

Wer sein trautes Heim mit Insektenschutzgittern ausgestattet hat, könnte auf die Idee kommen, die sorgsam geheim gehaltenen Lieblingsfundplätze ebenfalls “einzugittern”, um sie nicht mit dem madigen Jungvolk teilen zu müssen. Das ist zwar eine schöne Idee, doch im Gegensatz zur Wohnimmobilie eher nicht rentabel. Aber wenn Sie unbedingt wollen…

Wir Muggergittermacher erfüllen auch ausgefallene Wünsche!

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