22 Mrz

Mitmachaktion: Das „Hummeltelefon“

Hummel Hummel, von LordToran, Public domain, via Wikimedia Commons, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hummeln-sonnenhut-5.jpg

„Insektensterben“ oder „Bienenhotels“ sind mittlerweile weit verbreitete Begriffe. Über beide Themen berichteten wir ausgiebig auf unserem Weblog. Zur Verwandtschaft der Bienen & Wespen zählen die Hummeln. In der öffentlichen Berichterstattung kommen sie bisweilen etwas zu kurz. Dem möchte der BUND Naturschutz in Bayern e.V. mit dem „Hummeltelefon“ begegnen und der Radiosender „Bayern 1“ springt auf den Zug auf.

Die „Hummel-Hotline“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des BN und des Instituts für Biodiversitätsinformation. Am langen Ende steht der Insektenschutz erneut im Mittelpunkt. Experten erhoffen sich nämlich von den Meldungen der Bürger Erkenntnisse über die Lebensräume und Flugzeiten der pelzigen Brummer. Ebenso sind über diese Studie Ableitungen hinsichtlich der artverwandten Bienen und Wespen machbar. „Bayern 1“ bewirbt die am 21.03. gestartete Aktion auf ihrer Homepage und über den Äther.

Die Mitmachaktion ist kein Neuland. Im Jahr 2020 gingen über 4.100 Funde ein. Wie läuft die Teilnahme der Insektenbeobachter ab? Basis ist ein Foto des „unbekannten“ Flugobjektes. Dieses Hummelfoto dann beispielsweise per WhatsApp mit Angabe der Postleitzahl und des Datums an die Telefonnummer 01 51/18 46 01 63 senden. Alternativ kann die Aufnahme an die E-Mail-Adresse „hummelfund@ifbi.net“ verschickt werden. Nach dem Versand gibt es zwei Gewinner. Der Absender erhält unverzüglich Informationen über das Lebewesen. Die Profis teilen mit, um welche der 41 in Deutschland lebenden Hummelarten es sich handelt. Zusätzlich fügen sie interessante Informationen an. Allerdings gewinnt auch die Fachwelt darüber wichtige Erkenntnisse, die dem Schutz der Insekten dienlich sind. Aus den Meldungen ergibt sich beispielsweise ein Bild über Flugzeiten und Lebensräume.

Sie haben im Jahr 2021 noch keine Bienen und Wespen gesehen? Das kann leicht sein, zumal sich die Temperaturen noch nicht nachhaltig in den zweistelligen Bereich wagen. Der Start der „Hummel-Mitmachaktion“ ist von den Fachleuten allerdings wohl gewählt. Im Gegensatz zu Bienen oder Wespen verfügen Hummeln über einen wesentlich dickeren Pelz. Aus diesem Grund sind diese Flugtiere selbst bei zwei Grad Celsius sowie vor ihren Artgenossen in der Natur zu beobachten. Die Honigproduktion kurbeln Hummeln zwar nicht an, aber sie besitzen andere Fähigkeiten. Bis zu 18 Stunden pro Tag sind sie bereits im Frühjahr auf Bestäubungs-Mission in der Pflanzenwelt. Dabei stellten Schweizer Forscher fest, dass kleine Hummel-Bisse das Blütenwachstum anregen. Durch diesen Reiz blühten Pflanzen durchschnittlich einen Monat eher als die von den Tieren abgeschotteten Gewächse.

Eine herausragende Leistung vollbringen Hummeln bei der Bestäubung von Tomatenpflanzen. Diese geben ihre Pollen nur frei, falls sie geschüttelt werden. Bienen und Wespen sind für diese Prozedur zu leicht, Hummeln schaffen es allerdings mit ihrem Eigengewicht. Egal ob „Hummeln im Arsch“ oder „Tomaten auf den Augen“ – mit Insektenschutzgittern und Meldungen beim Hummeltelefon schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe. Sie schützen sich selbst vor ungebetenen Gästen in den eigenen vier Wänden und Sie leisten einen großen Beitrag zum Insektenschutz.

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