04 Jun

Mitmachaktion „Insektenzählung“

Steinhummel (Bombus lapidarius). Foto: Peter Makholm, Wikimedia Commons

Der eine oder andere mag die Aktion des Naturschutzbund Deutschland (NABU) als erfrischend empfinden. Ausnahmsweise stehen mal keine technologischen Hilfsmittel im Fokus. Vielmehr zählt die Organisation auf Sie und Ihre „analoge Beobachtungsgabe“. Heute fällt der Startschuss des „Insektensommers“ und der damit verbundenen Insektenzählung.

Für das Gleichgewicht aller Ökosysteme sind sie unersetzlich – Insekten. Über eine Million verschiedene Arten sind über den ganzen Globus verteilt. Bereits ein flüchtiger Blick vor die eigene Haustüre genügt, um jede Menge von den kleinen Lebewesen zu entdecken. Menschen ohne Insektenschutzgittern müssen die eigenen vier Wände für ihre Entdeckungsreise meist nicht verlassen. Viele Krabbler machen es sich nämlich gerne im Hausinneren gemütlich.

Der Naturschutzbund Deutschland schlägt für die Mitmachaktion allerdings einen Platz im Außenbereich vor. Jedermann und jede Frau ist aufgerufen, Insekten zu beobachten und zu zählen. Selbstverständlich dürfen auch Kinder mitmachen. Somit avanciert die Kampagne zu einer Aktion für die ganze Familie. Sie geht zum vierten Mal über die Bühne, in diesem Jahr innerhalb von zwei Zeitfenstern. Der erste Zählraum erstreckt sich vom 04. bis 13. Juni, der zweite vom 06. bis 15. August. Eine Nachmeldephase von einer Woche schließt sich jeweils an.

Wie läuft die Zählaktion laut des Initiators Naturschutzbund Deutschland ab? Alle Informationen sind auf der kostenlosen Web-App „NABU Insektensommer“ abrufbar. Darüber sind auch 457 ausführlich bebilderte Insektenporträts einsehbar. Der NABU gibt einen Leitfaden an die Hand, wie sich die Teilnahme am besten gestaltet. Ein sonniger, warmer, trockener und windstiller Tag eignet sich ideal. Natürlich halten sich Menschen bei diesen klimatischen Bedingungen bevorzugt im Freien auf. Allerdings kommt auch die Welt der Kleinstlebewesen aus ihren Verstecken. Sie spielen bei der Erfassung immerhin die Hauptrolle.

Zettel und Stift bereit gelegt? Dann läuft die Zeit! Genau eine Stunde sollten Sie alle Insekten notieren, die Sie wahrnehmen. Als Treffer zählen selbstverständlich Fluginsekten, allerdings ebenso Lebewesen in Blumentöpfen, an Bäumen oder unter Steinen. Doppelzählungen sollten vermieden werden. Aus diesem Grund gibt es eine klare Richtlinie. Sofern Sie mehrere Insekten der gleichen Art „auf einen Schlag“ sehen, dann können Sie diese Anzahl eintragen. Eine weitere Aufsummierung zu einem späteren Zeitpunkt sollte vermieden werden, da es sich um dasselbe Tier wie vorher handeln könnte. Ebenso gibt der NABU eine genaue Eingrenzung des Beobachtungsraumes vor. Dieser Umkreis sollte maximal zehn Meter betragen. Darin sollten sich genügend Insekten befinden. Erlaubt sind zahlreiche Territorien wie Gärten, Balkone, Teiche, Flüsse, Bäche, Parks, Felder oder Wiesen. Wie bereits erwähnt darf pro Meldung der Umkreis von zehn Metern nicht verlassen werden. Separate Meldungen in anderen Gebieten sind kein Problem.

Ein deutlicher Rückgang der Insektenwelt ist der eigentliche Hintergrund für die Insektenzählung. Dennoch bleiben Fliegengitter zum Schutz der eigenen vier Wände alternativlos. Verlassen Sie doch einfach die Innenräume und machen Sie bei dem „Insektensommer“ des NABU mit. Sie leisten damit einen Beitrag zum Insektenschutz und erweitern zudem Ihren geistigen Horizont. Sie werden erstaunt sein, wie viele Kleinstlebewesen Sie in einem Umkreis von zehn Metern finden werden. Der NABU empfiehlt dafür übrigens eine Lupe als Hilfsmittel.

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