29 Jan

Mobilfunk Gift für Insekten?

Von TobiWanKenobi - Nikon D70, selbst fotografiert, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=729297

Im Juni 2019 befassten wir uns in einem Artikel mit dem Ausbau des damals relativ neuen Mobilfunkstandards 5G. Wie sich die Strahlen auf die Entwicklung von Insekten auswirken, war damals kaum abzusehen. Wir versprachen allerdings, im Namen des Insektenschutzes „am Ball zu bleiben“. Erkenntnisse neuester Studien präsentieren wir in diesem Artikel.

Selbst „Querdenker“ können eines nicht leugnen: Die Zunahme des Insektensterbens. Auf die Wichtigkeit der Lebewesen für den Menschen sowie die Ursachen der vermehrten Reduktion der Populationen gingen wir bereits intensiv ein. Beides sind objektive Feststellungen. Die Einflüsse von veränderten Lebensräumen, Klimawandel sowie Pestiziden wirken sich auf die Tiere fast ausschließlich negativ aus. Und dann kommt auch noch Alain Thill um die Ecke. Der Biologe veröffentlichte im September 2020 im Namen der Luxemburger Umweltorganisation AKUT alarmierende Forschungsergebnisse. 72 von 83 seiner analysierten Studien schreiben elektromagnetischen Feldern des Mobilfunks schädigende Wirkung auf die Welt der Insekten zu.

Wie oben erwähnt sind zweifelsohne vielfältige Ursachen am zunehmenden Insektensterben schuld. Umweltschützer sind sich allerdings einig: Mobilfunk hat seinen festen Anteil und könnte bereits seit mindestens fünfzehn Jahren den Kleintieren zur Plage gereichen. Lange Zeit hätten auch Umweltschützer die Dimension nicht richtig eingeschätzt. Nun bringen Studien den Verlust des Orientierungssinns, die Verringerung der Fortpflanzungsfähigkeit, Müdigkeit, verlangsamte Flugdynamik sowie deutlich verschlechterte Fähigkeiten bei der Nahrungssuche und bei der Flucht vor Feinden zu Tage. Die Aufzählung der Erkrankungen ist beinahe endlos und spricht eine deutliche Sprache.

Die medizinische Erklärung für das Phänomen des Insektensterbens aufgrund elektromagnetischer Felder gibt es längst. Hierzu nur ein kleiner Exkurs: Der Stoffwechsel wird beeinträchtigt und hierdurch entstehen Schäden im Muskelgewebe oder in der Atmungskette. Dies führt zu den oben genannten Problemen. Übrigens sei an dieser Stelle erwähnt, dass nicht nur dem Menschen viel am Stopp des Insektensterbens liegen müsste. So sind beispielsweise auch Vögel Leidtragende, weil sich eine ihrer wichtigsten Nahrungsquellen merklich “verabschiedet”. So sterben oftmals schon junge Vögel, weil sie zu wenig Nahrung bekommen.

Als Vorsitzender des Portals diagnose:funk fordert Jörn Gutbier, dass spätestens nach Analyse der Studien ein Ausbau der Mobilfunknetze in dieser Geschwindigkeit nicht mehr zu verantworten sei. Vielmehr müssten ausreichende Lebensräume für die Tierwelt berücksichtigt werden. Selbstverständlich gibt es Grenzwerte, die allerdings ausschließlich auf das Wohl des Menschen ausgerichtet sind. Eine verantwortungsvolle und weitsichtige Gesellschaft sollte jedoch auch die Gesundheit der Tiere im Auge haben. Hinsichtlich der Strahlenbelastung leiden diese bereits unter wesentlich niedrigeren Grenzwerten.

Interessanterweise meldete sich das Bundesamt für Strahlenschutz nach der Veröffentlichung von Alain Thill zu Wort. Unter anderem wies das Institut darauf hin, dass eine direkte Verbindung von elektromagnetischen Strahlen zur Mortalität von Insekten noch nicht abschließend bewiesen sei. Das Thema dürfte somit sicherlich weiter an Fahrt aufnehmen – Ausweg unbekannt. Unbestritten ist allerdings, dass Insektenschutzgitter auf natürliche Art und Weise das (Zusammen-)Leben von Mensch und Tier schützen sowie angenehmer gestalten.

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