08 Jun

Pflanzen: Fremde oder Freunde für Bienen?

von MVittoria (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Im ersten Teil dieser Serie berichteten wir darüber, dass sich Insekten und der Schmetterlingsbaum im wahrsten Sinne des Wortes „grün“ sind. Sofern Gartenbesitzer also etwas Gutes für die Kleintiere im Sinne haben, wäre dieser nektarreiche „Mitbewohner“ ein Freund für Mensch und Tier. In der weiteren Serie wollen wir aber auch Pflanzen erwähnen, für welche die Insektenwelt nichts übrig hat. Der Startschuss fällt heute.

Die meisten Menschen legen bei der Erschaffung ihres natürlichen Biotops ihr Hauptaugenmerk auf Pflanzen, die ihren Ansprüchen gerecht werden. Dabei spielt das Aussehen zurecht eine große Rolle. Die Vorliebe der Insekten steht bei der Auswahl meist nicht im Vordergrund, sollte aufgrund des zunehmenden Artensterbens aber wenigstens das Bewusstsein von uns Zweifüßlern erreichen.

Kürzlich befassten wir uns mit dem Schmetterlingsbaum. Die Vorteile für Pflanze, Tierwelt und Mensch ergänzen sich zu einer Symbiose. Alle profitieren, keiner greift negativ in den Lebensraum des anderen ein. Doch die Strauch-, Blumen- und Baumwelt wartet auch mit anderen Spezies auf. Dazu wollen wir in diesem Artikel Beispiele und interessante Informationen geben.

Das „Bienensterben“ ist weiterhin in aller Munde. Die Wichtigkeit dieser Flugobjekte für den Menschen ist hinlänglich bekannt. Politik, Industrie und Privathaushalte wollen den Kleintieren deshalb immer mehr unter die Flügel greifen. Dabei können Menschen mit Bienenhotels oder passenden Pflanzen ihren Teil beitragen. Es gibt allerdings Gewächse, die völlig ungeeignet sind. Eines haben Mensch und Insektenwelt gemein: Bunte Farben und Duft der Blumen lockt beide an. Der Unterschied folgt allerdings auf dem Fuß. Der Mensch gibt sich mit diesen zwei Komponenten meist zufrieden. Für Bienen ist die Ansteuerung derartiger Pflanzen „vergeudete Liebesmühe“. Sie benötigen nämlich Pflanzen zur Nahrungsaufnahme und nicht zum Bewundern. Es stellen sich zwei Fragen: Produziert ein Gewächs ausreichend Pollen oder Nektar? Ist diese Nahrung für die Insekten zugänglich?

Mit Gartentulpen oder Gartenstiefmütterchen bereitet der Mensch Insekten keinen Gefallen. Diese locken die Kleintiere zwar durch ihre Farbenpracht an, sind als Futterquelle allerdings wertlos. Ebenso fallen die knallgelben Forsythien als „bienenfreundlich“ durchs Raster. Sie produzieren weder Pollen noch Nektar und zeichnen sich zudem durch einen trockenen Blütenstand aus. Dasselbe negative Resultat liefern Zierpflanzen wie Rosen, Stockrosen, Chrysanthemen, Dahlien oder Geranien. Das sind wunderschöne Exemplare, aber auch sie bieten keinerlei Mehrwert für Insekten. Der Zugang zu ihren gefüllten Blüten bleibt ihnen verwehrt.

Die sogenannten Windblütler verzichten auf die Bestäubungsleistung von Insekten. Sie benötigen ausschließlich den Wind und dienen deshalb ebenfalls nicht mit nektarreichen Blüten. Neben allen Nadelbäumen zählen zahlreiche Laubgewächse wie Eichen, Birken, Buchen, Erlen oder Pappeln dazu. Aber auch Koniferen und Flieder stellen das identische Resultat her. Setzen Menschen also ausschließlich auf die eben aufgeführten Pflanzen, dann ist das Ergebnis völlig klar. Die Insekten finden keine Nahrung und sterben vor Erschöpfung. Das ist aus lebenswichtigen Gründen nicht im Sinne des Menschen – egal ob mit oder ohne Insektenschutzgitter.

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