19 Feb

Prognose: Insektenaufkommen 2021

Snowman on frozen lake, Photo by Petritap (Own work) [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Snowman_on_frozen_lake.jpg

Mythen gibt es zahlreiche auf dieser Welt. Oftmals gehen Menschen falschen Behauptungen auf den Leim, weil sie zu wenig Kenntnis darüber haben. Beispielsweise glauben immer noch viele Trump-Anhänger an Wahlbetrug, obwohl dafür keine Beweise vorliegen. Ähnlich verhält es sich bei der landläufigen Analyse von strengen Wintern hinsichtlich des Insektenaufkommens. Wie lautet die Prognose für den Sommer 2021? Werden Insektenschutzgitter überflüssig?

Temperaturen im zweistelligen Minusbereich sind in diesen Tagen und Nächten in unseren Regionen keine Seltenheit. Viele Menschen lieben diesen Aggregatzustand und genießen die Winterlandschaft. Mütze, Handschuhe, Schal und weitere passende Kleidung stehen uns Zweibeinern bei eisigen Minusgraden zur Seite. Insektenlarven müssen auf dieses Outfit verzichten. Stimmt es deshalb, dass sie den extremen Temperaturen zum Opfer fallen und als Folge im bevorstehenden Sommer weniger Kleintiere ihr Unwesen treiben?

Die Antwort der Fachwelt auf die obige Frage lautet eindeutig: Nein. Entgegen dem Mythos führt ein strenger Winter kaum zum Absterben von Insekten im Vorstadium. Sie überwintern in Form eines Eis, einer Larve oder Puppe. Frost kann ihnen nichts anhaben, denn Mutter Natur hat wieder einmal bestens vorgesorgt. Teilweise besitzen sie ein integriertes Frostschutzmittel. Sie fahren die Körpersysteme herunter und durch ihre Aufenthaltsorte unter der Erde, in Baumrinden oder Gebäuden erhalten sie den nötigen Schutz. Durch ihre Winterstarre sind sie selbst gegen längerfristige und extreme Kälteperioden bestens gefeit. Wasserinsekten legen ihre Eier ohnehin am Grund des Bodens eines Gewässers ab, wodurch die Lufttemperaturen keine Relevanz haben.

Experten verweisen darauf, dass ein mildes und feuchtes Klima in der Winterzeit schlimmere Auswirkungen für Insekten hat. Hier besteht für die Larven die Gefahr eines Pilzbefalls, als Folge verschimmeln sie. Vor einiger Zeit hatten wir in Bayern auch eine Phase im zweistelligen Plus-Bereich. Ob dieser relativ kurze Zeitraum bereits zum soeben beschriebenen Phänomen ausreichte, ist äußerst fragwürdig.

Um eine einigermaßen verlässliche Prognose für 2021 abgeben zu können, werden die kommenden Wochen entscheidend sein. Es gibt nämlich eine spezielle klimatische Konstellation, welche die Population der Insektenwelt tatsächlich deutlich reduziert und ausdünnt. Sofern die Temperaturen nach einer Kältewelle ansteigen, so erwachen die Kleintiere aus der Winterstarre und fahren ihre Körperfunktionen nach oben. Vor allem im aktuellen Zeitraum Mitte/Ende Februar hauchen warme Sonnenstrahlen den Insekten im wahrsten Sinne des Wortes „Leben“ ein. Sollte im weiteren Verlauf erneut eine Kältewelle Einzug halten, dann ist diese wie Gift für die Kleintiere. Den natürlichen Schutzmantel der Winterstarre haben sie bereits abgestreift und eine unverzügliche Rückkehr ist auf die Schnelle nicht mehr möglich. Somit würden tatsächlich viele erfrieren. Doch egal für welches Szenario sich der Wettergott entscheidet: Es gab noch nie einen Sommer ohne Insekten. Aus diesem Grund sind Insektenschutzgitter für ein Wohlbefinden innerhalb der eigenen vier Wände weitgehend alternativlos.

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