22 Okt

Puppenstube Garten

Puppe des Monarchfalters kurz vor dem Schlüpfen; von Hectonichus - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=12620104

Das Jahr befindet sich im vierten Quartal. Zahlreiche Insektenarten verkriechen sich demnächst in schützenden Hohlräumen, andere schaffen sich diese selbst und überwintern als Puppe. Die sogenannte Metamorphose zählt zu den erstaunlichsten Vorgängen, die die Natur entwickelt hat.

Nach einem viel zu trockenen Sommer zeigt sich der Herbst in gewohnter Weise. Sonnige und milde, aber auch kühle und regnerische Perioden wechseln sich ab. Die letzten Blüten des Jahres locken die Nektarsammler unter den Insekten an, bevor diese sich auf das Überleben im Winter vorbereiten. Auch die Gartenbesitzer haben nun viel zu tun. Bei der Arbeit an Hecken und Stauden fallen immer wieder Gebilde ins Auge, die bei näherer Betrachtung ein Wunder des Lebens darstellen.

Mittels Metamorphose verwandeln sich Larven zu geschlechtsreifen Tieren. Dabei handelt es sich um einen kompletten Umbau des Körpers. Große Teile werden zurück, andere, wie etwa die Flügel, formen sich aus den Zellen neu heraus. Diese erstaunliche Verwandlung gibt es zwar auch bei anderen Tiergattungen, etwa bei Fröschen, doch nirgendwo – abgesehen vom Menschen nach überstandener Pubertät (oder wider Erwarten in diesen Corona-Zeiten) – erfolgt sie mit so spektakulären Ergebnissen wie bei bunt gemusterten Schmetterlingen.

Dieser Wandlungsprozess kann je nach Art Tage, Wochen oder Monate dauern. Bei manchen vollziehen sich die Änderungen von Häutung zu Häutung, bei anderen – wie den Schmetterlingen – in einer einzigen Ruhephase als sogenannte Puppe. Dabei spinnt sich die Raupe in einen Kokon ein und verharrt regungslos, bis schließlich der fertige Falter in seiner ganzen Pracht entschlüpft. Dies geschieht in der Regel zu verschiedenen Jahreszeiten, im Herbst aber eben auch zur Überwinterung. Dann hängen die Puppen meist gut getarnt in Gehölzen befestigt und warten auf den Frühling.

Zwangsläufig fallen den herbstlichen Aufräum- und Schnittarbeiten in den Gärten alljährlich unzählige Puppen zum Opfer. Kundige Insektenfreunde sollten nun darauf achten, dass sie diese nicht achtlos mit entsorgen.

Im kommenden Frühjahr, wenn die frisch geschlüpften Prachtexemplare zum Schaulaufen ausschwärmen, würden sie sich liebend gerne auch in den menschlichen Behausungen zeigen, ganz nach dem Motto “Seht her, wie schön ich bin!” Aus gutem Grund wird ihnen dies zunehmend durch Insektenschutzgitter – bevorzugt unsere “Muggergitter” – verwehrt. Schließlich werden sie dort kaum auf das Ziel ihrer Begierde stoßen. Eventuell laufen sie dort sogar Gefahr, zum Opfer eines heimischen Jägers zu werden, denn immer mehr Türen, auch vergitterte, besitzen Katzenklappen…

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