31 Dez

Reagieren Insekten auf Feuerwerke?

Kürzlich veröffentlichten wir einen Blogbeitrag über Insekten, die als „blinde Passagiere“ per Weihnachtsbaum in deutsche Wohnzimmer einreisen. Etwa 25.000 kann ein Gewächs mit Durchschnittshöhe beherbergen. Wie schaut es nun an Silvester aus? Fallen die Kleintiere aufgrund der Lautstärke des Feuerwerks von den Ästen ab?

Keine Frage! Die Silvesternacht ist eine Nacht der Superlative. Die unzähligen Feuerwerke blasen laut Experten deutschlandweit etwa 4.200 Tonnen Feinstaub in die Luft. Das sind circa 25 Prozent der jährlichen Belastung durch Holzfeuerungen in Deutschland. Weiterhin verwandeln Raketen & Co. die Nacht in ein Lichtermeer, garniert mit einer extremen Geräuschkulisse. Genau diese Faktoren bringen Haustiere an ihre Schmerzgrenze, was im schlimmsten Fall bis zum Herztod führen kann. Aus diesem Grund raten Experten dazu, wichtige Tipps wie Rückzugsorte oder das Verschließen aller möglichen Öffnungen zu beherzigen. Das Schließen von Fliegengittern ist dabei natürlich keine wirksame Alternative gegen den Lärm.

Wie schaut es eigentlich mit den Insekten aus, die in diesen Tagen -wie vermeldet- nicht nur in geringer Anzahl in den Weihnachtsbäumen ein neues Zuhause gefunden haben? Eine wichtige Botschaft zuerst. In akute Gefahr bringt die extreme Lautstärke Insekten kaum. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu Hund, Katze & Co. Ein genauerer Blick auf das Hörsystem von Insekten lohnt allerdings. Die meisten besitzen Hörorgane und können dadurch durchaus akustische Signale wahrnehmen. Dies dient vor allem zur Orientierung oder zum Aufspüren von Geschlechtspartnern. Interessanterweise befinden sich diese Organe nicht wie beim Menschen immer an derselben Stelle am Kopf. Die Bandbreite der Orte ist vom Kopf über die Beine bis hin zum Hinterleib beinahe unendlich. Die Gottesanbeterin besitzt beispielsweise ein Ohr mitten auf dem Bauch, Mücken hören über Antennen. Einige Insekten haben eine Art Trommelfell, welches mit dem des Menschen vergleichbar ist. Das Hörorgan nennt sich allerdings nicht „Ohr“, sondern „Tympanalorgan“.

Die Freude am Feuerwerk hinsichtlich der Farbenvielfalt dürfte für den Menschen größer als für Insekten sein. Der Zweibeiner sieht nämlich wesentlich schärfer als die Kleintiere durch ihre Facettenaugen. Allerdings ist das Tier-Auge auf etwas anderes ausgelegt. Es kann bewegte Bilder viel besser auflösen. Beispielsweise kann die schnell fliegende Honigbiene bis zu 300 Bilder pro Sekunde wahrnehmen, Menschen schaffen dagegen nur etwa 65. Insekten könnten sogar ein Feuerwerk aus ultraviolettem Licht wahrnehmen, wir Erdenbürger nicht.

Aus der Fliegen-Perspektive erscheint ein Schlag mit der Fliegenpatsche wie in Zeitlupe. Aus diesem Grund machen die Fliegen oftmals noch rechtzeitig die Fliege. Jedes System hat allerdings auch seine Nachteile. Beispielsweise ist das Sichtfeld von Facettenaugen stark eingeschränkt. Aus diesem Grund empfiehlt sich eine Annäherung von hinten, sofern man dem ungebetenen Fluggast den Garaus machen möchte. Sollen die Insekten allerdings etwas vom Feuerwerk haben, dann raten wir dazu, es frontal vor ihnen abzubrennen.

Wir hoffen, dass wir in diesem Artikel einiges Wissenswertes vermitteln konnten. Zur ganzen Wahrheit gehört natürlich, dass sich viele Insekten derzeit in der Winterstarre befinden. Ein Zustand, der womöglich dem einen oder anderen Menschen zum Zeitpunkt des Silvester-Feuerwerks ähnelt.

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