15 Jun

Regen: Todesgefahr für Insekten

Foto: Emmanuel Boutet - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1438404

Rette sich, wer kann! So lautet eine sowjetische Filmkomödie aus dem Jahre 1961. Auf Insekten trifft das allerdings auch gelegentlich zu. Nicht nur wegen ihrer natürlichen Fressfeinde, auch simple Regentropfen werden schnell zur tödlichen Gefahr. Wie retten sich die Kleintiere ohne Regenschirme?

Die Dimensionen in der Tierwelt sind anhand von folgendem Vergleich verständlicher: Wenn ein Gegenstand mit 5.000 Kilogramm Gewicht auf einen Erwachsenen mit 100 Kilogramm Eigengewicht fällt, dann sind die Überlebens-Chancen sehr überschaubar. Eine Mücke wiegt etwa zwei Milligramm, ein großer Regentropfen dagegen circa das Fünfzigfache. Somit ist es kein Wunder mehr, dass Niederschlag im wahrsten Sinne des Wortes zum „Niederschlag“ für Insekten werden kann.

Mutter Natur wäre allerdings nicht Mutter Natur, wenn sie für die Kleintiere nicht einige Asse im Ärmel hätte. Da wäre zunächst ein äußerst cleverer Umstand. Besonders bei Starkregen bildet sich direkt unter den schweren Tropfen eine Druckwelle. Die fallenden Tropfen schieben Luft zur Seite und somit wird ein Insekt kaum von der Gefahr überrascht. Der Luftstrom drückt es nämlich ebenfalls zur Seite. Eine lebensrettende Einrichtung der Natur.

Deutlich mehr Risiko entsteht für die Flugobjekte bei leichtem Nieselregen. Durch diesen Niederschlag entstehen die Druckwellen nur in geringerem Maße. Das Gewicht reicht allerdings immer noch als tödliche Gefahr aus. Entweder werden die Insekten erschlagen oder zu Boden gedrückt. Dort angekommen werden sie nahezu bewegungsunfähig von Fressfeinden in Empfang genommen. Oder aber sie ertrinken in Pfützen.

Aus den vorgenannten Gründen suchen die Tiere meist in der Flucht vor dem Nass ihr Heil. Analog Menschen ist eine „trockene Unterkunft“ immer noch der sicherste Ort. Bei aller Tierliebe, aber auch bei schlechter Witterung sollen Insektenschutzgitter die ungebetenen Gäste jenseits der eigenen vier Wände halten. Für die Kleintiere ist das noch lange kein Todesurteil, denn sie haben genügend Möglichkeiten, dem Niederschlag zu entkommen. Bienen ziehen sich beispielsweise in ihren Bienenstock zurück. Sollte die Zeit für die Heimkehr nicht ausreichen, klemmen sich die Tiere unter Blättern oder Blüten fest. Schmetterlinge, Hummeln, Fliegen & Co. suchen Schutz an Bäumen, Ästen oder überdachten Hauswänden. Der Flugkorridor steht für die Zeit des Regenfalls so gut wie still. Auch flugunfähige Insekten verschwinden von der Bildfläche. Sie verkriechen sich in Erdlöchern, unter Steinen oder Laub.

Der akuten Gefahr bei einsetzendem Regen folgt manchmal ein weiteres Risiko. Vor allem bei tagelangem Dauerregen reicht den Insekten Schutz alleine nicht aus. So können Bienen kaum Pollen oder Nektar sammeln und der Hungertod droht. Zudem schwächt eine klamme Witterung die Kleintiere, wodurch sie wesentlich anfälliger für Krankheiten sind.

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