29 Mai

Regenreicher Mai – gemischte Bilanz in der Insektenwelt

Foto: Adrian Benko, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=142625

Nun neigt sich der vielgerühmte “Wonnemonat” Mai seinem Ende entgegen, doch wider Erwarten zeigte er sich wettertechnisch in diesem Jahr von einer ganz anderen Seite. Von wegen Wonne!

Nach einem rekordverdächtig kalten, aber trockenen April brachte der Mai 2021 hierzulande vor allem Regen und Wind. Diese wochenlang anhaltende Witterung brachte in der Natur so manche Planung durcheinander. So gab es diesmal andere Gewinner und Verlierer.

Zu den Gewinnern zählt bislang eindeutig unser Wald. Gebeutelt und geschwächt von den vergangenen viel zu trockenen Jahren füllten sich die Wasserreservoirs in den Waldböden wieder. So mancher stressgeplagte Baumbestand kann nun wieder Kraft schöpfen, Wunden schließen und sich wieder neu entfalten. Mit den Bäumen und dem üppig sprießenden Grün auf den Waldböden profitieren auch die krabbelnden Mitglieder des Ökosystems Wald, jedoch nicht alle. Verlierer auf diesem Terrain dürften vor allem die Borkenkäfer sein, die in den letzten Sommern für eine Schreckensbilanz bei vielen Waldbauern gesorgt hatten.

Nicht nur Borkenkäfer mögen’s heiß, zumindest aber warm und trocken. Auch unsere liebsten Bestäuber, die Bienen, halten sich im kühl-feuchten Schmuddelwetter zurück und warten auf bessere Tage. Da geht es ihnen nicht anders als uns Menschen. Deshalb warteten etliche Frühblüher heuer vergeblich auf die emsigen Pollentransporter. Hummeln sind hier offensichtlich robuster, mit der farbenfrohen Fülle auf den Wiesen und in den Gärten allerdings überfordert.

Ohnehin hatten viele Honigbienenvölker im Winter wieder mit der berüchtigten Varroa-Milbe und anderen Parasiten zu kämpfen, ganz zu Schweigen von den immer noch verwendeten Insektiziden in der Landwirtschaft. Da nun die erste Tracht des Jahres zum großen Teil ins Wasser gefallen ist, wird mancherorts der Honig knapp, zum Leidwesen der Imker und deren treuen Kunden. Folgen hat das verspätete Ausschwärmen auch für die Obstbäume, die ihre Blüten bereits zum Bestäuben angeboten haben. So dürfte manche Ernte knapper oder gar komplett ausfallen.

Leichter haben es zum Glück die Erdbeeren, die ihre Blüten immer wieder bilden und ohnehin nicht auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen sind. Im Gegensatz zu den letzten Jahren sind die begehrten Früchte witterungsbedingt heuer etwas später dran, doch dank des Wetterumschwungs zum Monatswechsel stehen die Chancen gut, dass es bald reichlich davon geben wird – gleichermaßen umschwärmt von Bienen wie von Menschen.

Ins Schwärmen geraten derzeit auch die Maikäfer, allerdings regional sehr unterschiedlich. Vor allem im Süden der Republik richten die gefräßigen Brummer stellenweise große Schäden an. In diesem Fall liegt das aber nicht am Wetter, sondern am mehrjährigen Entwicklungszyklus.

Bleiben noch die mutmaßlichen Hauptgewinner des feuchtfröhlichen Maiwetters: Stechmücken. Ganz gleich, wie sich die Sommermonate entwickeln werden, die Rahmenbedingungen für blutgierige Moskitogeschwader sind optimal. Deshalb rechnen Fachleute mit einem mückenreichen Jahr. Mancherorts droht gar eine regelrechte Mückenplage.

So lautet unsere Empfehlung: verstärkte Abwehr! Mit natürlichen, zur Not biologischen Waffen, aber auf jeden Fall mit Insektenschutzgittern. Wir wünschen unbeschwerte Sonnentage.

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