13 Aug

Resistenz erwünscht: Biene vs. Varrao-Milbe

Viele Insekten sind bereits vom Aussterben bedroht. Und das nicht nur
wegen uns Menschen. Wie kürzlich in der Wochenzeitung „Zeit“
vorgestellt, beschäftigt sich ein Projekt mit der Resistenz von
Bienenvölkern gegen bedrohliche Parasiten.

„SmartBees“, englisch für „kluge Bienen“, ist ein länderübergreifendes
Projekt. Europaweit nehmen 16 Partner, unter anderem Universitäten und
Forschungsinstitute, teil. Koordiniert wird das Projekt vom
Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf e.V., nördlich von
Berlin. Die Europäische Kommission unterstützt dieses finanziell.

Die Experten und Wissenschaftler forschen, um gegen das Bienensterben
vorzugehen. Ein Teil der Forschung widmet sich dem Kampf gegen
Schädlinge, die viele Bienenvölker befallen und vernichten.

Ein ernstzunehmender Parasit, der mittlerweile weltweit verbreitet ist,
ist die Varrao-Milbe. Nur Australien und die bienenlose Antarktis
blieben bislang vor ihr verschont. Die Milben greifen am wunden Punkt
der Bienenvölker an. Sie nisten sich in den Brutzellen des Bienenstocks
ein und greifen das Immunsystem des Nachwuchses an. Das macht die
Nutztiere gegenüber Viren angreifbar.

Der ursprüngliche Wirt der Milben, eine asiatische Bienenart, hat sich
bereits auf den Parasiten eingestellt: Die Apis cerana ist nun
resistent. Dagegen haben die europäischen Bienen einen Nachteil. Sie
erfassen den Eindringling erst gar nicht und wenn sie diesen im seltenen
Fall bemerken, haben sie kein Gegenmittel.

„SmartBees“ versucht herauszufinden, warum einige wenige Bienen die
Varrao-Milben erkennen. Deshalb wird jedes Tier der Versuchs-Staaten mit
einer Nummer versehen. Der Staat selbst wird über sechs Tage hinweg rund
um die Uhr gefilmt. Das dabei entstandene Material, über 100 Stunden
lang, werten die Projektmitarbeiter aus. Diese identifizieren jene
Bienen, welche die Milben entdecken, anhand der Nummer. Auf ihrem Erbgut
liegt dann die Hoffnung der Forscher. Können sie für einen resistenten
Bienenstaat sorgen?

Im Fall der bereits resistenten Apis cerana ist der Geruchssinn der
Schlüssel zum Erfolg. Sie riechen den Parasiten. Eine ähnliche Fähigkeit
bringen in unseren Breiten nur seltene Exemplare mit – deshalb ist ihre
DNA so wertvoll.

Kleine Erfolge kann das Projekt schon aufweisen, dennoch ist die Anzahl
der resistenten Bienen noch ausbaufähig. Aktuell ist die Fortführung von
„SmartBees“ bis zum Jahr 2018 geplant: Es ist also noch genug Zeit, um
die „perfekte“ DNA zu finden.

Mehr Informationen finden Sie hier: http://bit.ly/1IJdZ3g