09 Jan

Schädlinge aus dem Blumentopf – Teil 1: Die Trauermücke

In Bernstein eingeschlossene Trauermücke (Sciaridae), Taillendurchmesser etwa 1,5 mm. Foto: Mirella Liszka (Astrum), Wikimedia Commons

Der Winter ist in vollem Gange,  die Pflanzen, die im Sommer den Balkon oder die Terrasse zieren, stehen nun in der Wohnung. Da kann es vorkommen, dass plötzlich unliebsame Mitbewohner auftauchen, die sich fliegend oder krabbelnd im Wohnraum ausbreiten. Mücken, Milben, Blattläuse – fast jeder Topffpflanzenbesitzer musste sich schon einmal mit diesen lästigen Schädlingen herumschlagen. Der Befall von Topfpflanzen kann unterschiedliche Ursachen haben.

In unserer Serie “Schädlinge aus dem Blumentopf” stellen wir Ihnen einige der unangenehmen Zeitgenossen vor, woran Sie diese erkennen und was Sie tun können, um ihre Pflanzen davor zu schützen.

 

Schädling Nr. 1: Die Trauermücke

Profil

Die Trauermücke gehört zur Familie der Zweiflügler und wird den Mücken zugeordnet. Ihre Länge kann bis  zu sieben Millimeter betragen, sie hat einen schlanken Körper und eine dunkle Farbe. Ihre Verbreitung erstreckt sich auf die ganze Welt, denn aufgrund ihrer beeindruckenden Widerstandsfähigkeit kann sie selbst unter extremen Klimabedingungen, beispielsweise um die Arktis herum oder in Bergregionen über 4000 Meter, überleben.

Die Trauermücke ist nicht besonders langlebig: Bereits ca. 5 Tage, nachdem sie geschlüpft ist, stirbt sie schon wieder. Der Inhalt ihres kurzen Lebens besteht nur darin, sich zu paaren und fortzupflanzen. Sie nimmt auch keine feste Nahrung, sondern nur Flüssigkeiten zu sich.

In Wohnungen und Häusern entwickelt sie sich besonders gut in Blumentöpfen, die feuchte Erde beinhalten. Bis zu 200 Eier legt das Weibchen in den feuchten Boden, nach sieben bis acht Tagen schlüpfen die Larven.

Schäden

Trotz ihrer geringen Größe richtet die Trauermücke einigen Schaden an. So kann sie mit einem  Massenauftreten ganze Gemüsebestände in der Landwirtschaft vernichten. Auch Zierpflanzen – und besonders junge Keimlinge – leiden unter dem Insekt: Durch den Fraß der Larven werden Wurzeln und andere Pflanzenteile beschädigt, die Pflanze geht ein.

Was kann ich dagegen tun?

Grundsätzlich sollte vermieden werden, dass die Pflanzenerde permanent feucht ist. Dies erreicht man am besten, indem man die Pflanzen gießt, ihnen Zeit gibt, das Wasser aufzunehmen (mindestens 20 Minuten) und das restliche Wasser später wieder abgießt.

Durch sogenannte “Gelbsticker”, die mit einem speziellen Leim beschichtet sind, kann man die Population der Trauermücke deutlich dezimieren. Der Sticker wird dazu in den Boden der Topfpflanze gesteckt und lockt durch seine Farbe die Insekten an, die an dem Leim kleben bleiben und verenden.

Weiterhin findet man im Internet zahlreiche Hausmittel, die bei der Bekämpfung der Mücke helfen sollen, beispielsweise Kaffeesatz. Wie man ihn zur Anwendung bringt, können Sie in unserem Artikel “Mit Kaffeesatz gegen Insekten” nachlesen. Aber auch Essig, Schwefel oder Seife sollen gegen die Plagegeister helfen. Diese Mittel sollten allerdings nur nach Rücksprache mit Pflanzenkennern angewandt werden, da die Pflanze sonst Schaden nehmen könnte.

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