04 Apr

Schädlinge aus dem Blumentopf – Teil 2: Die Blattlaus

Marienkäfer und Blattläuse, Sachsen. Foto: User Hedwig Storch, Wikimedia Commons

In unserer Reihe “Schädlinge aus dem Blumentopf” stellen wir Ihnen heute einen weiteren verbreiteten und äußerst lästigen Hausgast vor: Die Blattlaus. Auch sie ist, wie die Trauermücke, ein Pflanzenschädling, der zwar unangenehm zu ertragen ist, glücklicherweise aber recht effizient bekämpft werden kann. 

Profil

Die Blattlaus (Arthropoda) ist ein Gliederfüßer und gehört zur Familie der Pflanzenläuse. Mehr als 800 bekannte Arten des Insekts leben in Mitteleuropa. Sie alle ernähren sich von Pflanzensaft und gelten daher oftmals als Schädlinge von Zier- und Nutzpflanzen. Viele Arten werden nach ihren Wirtspflanzen benannt, so gibt es etwa die Rosenblattlaus, die Schwarze Bohnenlaus oder die Gefleckte Kartoffelblattlaus. Immer wieder werden Blattlausarten aus anderen Gegenden eingeschleppt. Ein schlimmes Beispiel dafür ist die Reblaus, die im 19. Jahrhundert fast den kompletten Weinbau in Europa vernichtete.

Am Anfang des Blattlausjahres stehen die Eier, aus denen ausnahmslos ungeflügelte Weibchen schlüpfen. Über die Zeit vermehren diese sich dann nicht mehr auf geschlechtlichem Wege, sondern produzieren ohne erneute Befruchtung die nächsten Generationen. Dabei gebären die Weibchen täglich bis zu fünf Klone ihrer selbst. So kommt es nicht selten vor, dass die Blattlauspopulation oftmals geradezu explosionsartig ansteigt – sehr zum Leidwesen eines jeden Pflanzenbesitzers. Gegen Ende des Sommers kommen dann wieder Männchen zur Welt und die letzte Generation kommt geflügelt zur Welt, wodurch den Insekten die Verbreitung, der Ortswechsel und der Wirtswechsel erleichtert werden.

Die Größe der Blattläuse variiert, so können sie – je nach Art – wenige Millimeter bis ca. max. 7 Millimeter groß werden. Sie alle sind mit einem Stechrüssel ausgestattet.

Schäden

Wie schon erwähnt ernährt sich die Blattlaus von Pflanzensäften und beeinträchtigt so nachhaltig das Leben der Pflanze. Der Schädling bohrt gezielt Pflanzenteile an, die dadurch dann langsam kaputt gehen. So tragen die Pflanzen an Blättern, Trieben, Rinde und Wurzeln Saugschäden davon, die leider häufig zum Eingehen der Pflanze führen.
Auch Pflanzenviren können durch Blattläuse übertragen werden, die oftmals eine Vernichtung der gesamten Pflanze unumgänglich machen.

Ein charakteristisches Zeichen für einen Befall ist ein auffallender Kümmerwuchs und der Überzug der Pflanze durch Honigtau, eine klebrige Substanz, die durch die Ausscheidungen der Blattläuse entsteht.
Die Blattläuse halten sich dabei übrigens an den beschatteten Blattunterseiten und im Bereich der Blüten und Blattansätze auf.

Was kann ich dagegen tun?

So lästig Blattläuse auch sind, gibt es glücklicherweise doch einige umweltverträgliche Methoden, wie man ihnen zu Leibe rücken kann. So hilft schon ein gezielter und starker Wasserstrahl, die Tiere zu bekämpfen und der Population einen empfindlichen Schlag zu versetzen. Gerade bei kräftigen Stauden und Rosen empfiehlt sich dieses Vorgehen. Weiterhin kann eine Brennnessel- oder Wurmfarnjauche aufgebracht werden, eine Lösung aus Schmierseife und Spiritus hilft ebenfalls gegen die Schädlinge.

 

3 Gedanken zu „Schädlinge aus dem Blumentopf – Teil 2: Die Blattlaus

  1. Hallo und danke für diesen Beitrag! Wir hatten bisher noch keine Schädlinge in unserem Garten aber leider waren unsere Nachbarn nicht so glücklich, und wir haben die bei der Schädlingsbekämpfung geholfen. Und hoffen dass wir nun keine bekommen!
    Grüße, Sebastian

  2. Danke für die guten Informationen zur Schädlingsbekämpfung. Es ist schön , dass hier auch biologische Methoden genannt werden. Generell scheint es so zu sein, dass bereits viel Wissen zu diesem Thema existiert, da diese Plagen mindestens so alt wie die Siedlungen der Menschen sind. Gut, dass man sich dabei auch auf das Wissen von Profis verlassen kann.

  3. Danke für die Tipps. Wir wohnen in einem Haus, deswegen bleibt die Schädlingsbekämpfung für uns ganz aktuell. Nicht nur die Blattlaus, sondern auch weitere Schädlinge kennenzulernen, wäre es wünschenswert. Effiziente Bekämpfungsmittel als Mitbaggage auch super! Danke!

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