14 Nov

Schmetterling des Jahres 2021 gekürt

Brauner Bär, von Tlusťa - https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11148847

Im kommenden Jahr darf der Braune Bär den Titel “Schmetterling des Jahres” tragen, was den Trägern weitgehend egal sein dürfte, als Appell an den Insektenschutz uns Menschen jedoch bewusst machen soll, dass uns die Artenvielfalt immer weiter verloren zu gehen droht.

Zweifellos zählen Schmetterlinge zu den auffälligsten Lebewesen unserer heimischen Gefilde. Die meisten von ihnen genießen zudem ein positives Image, zumindest in der Lebensform des Tagfalters. Auffällig – und das ist wirklich tragisch – ist auch das rasante Verschwinden nahezu aller Schmetterlingsarten. Um genau darauf hinzuweisen, wird jährlich der “Schmetterling des Jahres” ausgezeichnet.

Schmetterlinge des Jahres werden seit dem Jahr 2003 gekürt, und zwar von der BUND NRW Naturschutzstiftung. Damit nehmen die Falter an einem exklusiven Wettbewerb teil, während sie alljährlich ebenfalls an den Contests “Insekt des Jahres” sowie – quasi übergeordnet – “Tier des Jahres” teilnehmen. Neben bekannten und einst allgegenwärtigen Vertretern der Schmetterlingszunft wie dem Tagpfauenauge, dem Großen Fuchs oder dem Schwalbenschwanz haben es auch “Underdogs” wie das Rote Ordensband oder der Grüne Zipfelfalter geschafft, den mehr oder weniger begehrten Pokal zu holen.

Damit die ausgezeichneten Flatterwesen sich auf ihre einjährige Amtszeit vorbereiten können, erfolgt die Wahl bereits einige Wochen vor dem Ende des Vorjahres. So wurde vor kurzem der Braune Bär auserkoren, den Titel durch das Jahr 2021 zu tragen.

Der Name “Brauner Bär” stammt eigentlich aus der Raupenphase des Nachtfalters. Als bärenähnlich behaarte Raupe ernährt sich das Insekt durchweg gesund von Kräutern sowie ausgewählten Baum- und Strauchblättern. Doch auch nach der Verpuppung passt der Name ganz gut. Die Vorderflügel zeigen braune Flecken auf weißem Grund, der Rücken und die Hinterflügel sind rötlich und mit auffälligen schwarzen oder blauen Punkten geschmückt. Der Kopf ähnelt einem braun behaarten menschlichen Hinterkopf und erinnert an so manchen nordamerikanischen Indianer vergangener Tage, von denen der ein oder andere ebenfalls den Namen “Brauner Bär” getragen haben mochte.

Dort, auf dem nordamerikanischen Kontinent, ist der Braune Bär ebenso heimisch wie in Europa und großen Teilen Asiens. Menschliche Augen bekommen ihn ohnehin selten zu sehen, da er als Nachtfalter sich neugierigen Blicken weitgehend entzieht. Dass er in Deutschland mittlerweile auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten gelandet ist, hat die bekannten Gründe: Intensive Landwirtschaft und damit immer stärker begrenzte Lebensräume, aber auch künstliche nächtliche Beleuchtung, die die Nachtfalter irritiert und es ihres Fressfeinden, den Fledermäusen, erleichtert, sie zu erbeuten.

Erschwerdend kommt hinzu dass der Braune Bär jährlich nur eine neue Generation bildet. So ist der Fortbestand auf Gedeih und Verderb darauf angewiesen, dass dann die Bedingungen passen. So fliegen die Falter nur in den Sommermonaten durch ihre Reviere und haben es mit abnehmender Individuenzahl umso schwerer, passende Artgenossen zur Paarung zu finden.

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