22 Nov

Sind Spinnen der perfekte Insektenschutz?

Große Winkelspinne oder Hausspinne, Tegenaria atrica. Foto: Holger Krisp (Holleday), Wikimedia Commons

Zuletzt stellten wir den Ekel über Schmeißfliegen nicht in Frage, erörterten allerdings auch ihre nützliche Seite bei der Aufklärung von Kriminalfällen. Eine ähnliche Abneigung ereilt die meisten Menschen bei der Ansicht von Spinnen. Doch auch diese Tiere können sich zu echten Helfern entpuppen.

Insektenschutz- oder Fliegengitter sind die gängigen Begriffe für eine sinnvolle Barriere zwischen Wohnraum und Außenwelt. Von dieser Außenwelt wollen allerdings nicht nur Insekten oder Fliegen gerne ins Hausinnere, insbesondere zu dieser kalten Jahreszeit. Weitere zahlreiche Tierarten zieht der unnatürliche Lebensraum in ihren Bann.

Wer kennt sie nicht, die Spinne an der Wand, welche bei vielen Menschen ein Gruselgefühl auslöst? Laut Experten verstecken sich in unseren Wohnungen am häufigsten Hauswinkel-, Zitter-, Wespen-, Herbst- und Gartenkreuzspinnen. Im Gegensatz zu entfernten Regionen auf der Welt müssen wir keine gesundheitlichen Folgen befürchten. Die Achtbeiner sind nicht giftig. Den Mythos, dass wir im Schlaf Spinnen verschlucken, konnten wir bereits in einem früheren Blogartikel widerlegen.

So erweisen sich Insektenschutzgitter auch als wirksamer Schutz vor Spinnen, obwohl diese Tierchen keine Insekten sind. Beide Tierklassen sind Gliederfüßer mit einem Außenskelett sowie gegliederten Beinen. Doch es gibt durchaus markante Unterschiede: So verfügt eine Spinne mit Vorder- und Hinterkörper über zwei Abschnitte. Insekten jedoch weisen mit Kopf, Brust und Hinterleib drei Körperabschnitte auf. Außerdem haben Spinnen meist acht Hinterbeine, Insekten sechs. Fühler und Flügel können nur Insekten für sich beanspruchen.

Sind die beschriebenen Kleintiere im Hausinneren, wollen die Besitzer sie gerne wieder loswerden. Im Normalfall eine Spinne eher als eine Stechmücke und eine Stechmücke eher als eine Fliege. Ein Kleintierzoo passt einfach nicht in unsere Privatsphäre. Das ist in anderen Kulturen etwas anders. Amazonasindianer unternehmen beispielsweise große Anstrengungen, um sich Spinnen als Haustiere zu fangen. Der Grund dafür ist absolut logisch: Die Achtbeiner fressen Mücken, welche durch die Übertragung der Krankheit Malaria gefürchtet sind. So sieht also wirksamer „Insektenschutz“ im Urwald aus.

Wir können uns von den Indianern allerdings durchaus etwas abschauen, denn auch in unseren Breitengraden können sich Spinnen zum echten „Freund und Helfer“ für den Menschen entpuppen. Die Achtbeiner ernähren sich auch hierzulande vorwiegend von Insekten und haben bei der Jagd nach den Flugtieren somit ein ähnliches Interesse wie wir Zweibeiner. Eine Spinne erreicht über zwei mögliche Wege ihr Ziel. Entweder jagt sie ihre Beute indirekt über das berühmte Spinnennetz. Darin bleiben Fliegen & Co. hängen, präsentieren sich somit als leichte Beute und stellen für Menschen keine Plagegeister mehr dar. Oder aber Spinnen jagen Insekten direkt und betäuben sie mit einem lähmenden Gift, das aus ihren Beißwerkzeugen kommt. Dieses ist für den Menschen allerdings ungefährlich. Das beste Abwehrmittel gegen Spinnen und Insekten ist für den Menschen immer noch das Fliegengitter. Damit bleiben beide Tierklassen mit hoher Wirksamkeit vor der Türe.

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