20 Sep

Sind zum UN-Klimagipfel auch Insekten eingeladen?

Foto: Roger De Marfa Taillefer / Depositphotos.com

Klimaschutz ist in aller Munde. Nicht zuletzt Greta Thunberg löste weltweit hitzige Diskussionen aus. Die schwedische Klimaaktivistin wird auf dem Klimagipfel der Vereinten Nationen in New York City vom 21. bis 23. September als Sprecherin fester Bestandteil sein. Die Zahl der Ursachen für den Klimawandel ist unendlich. Lösungsmöglichkeiten oder Teilerfolge ebenso. Die Komplexität wird bereits bei den Prognosen hinsichtlich der Insektenwelt evident. Forscher vermuten Gewinner und Verlierer. Nun wollen wir eine Facette der globalen Erderwärmung in Bezug auf die Insekten unter die Lupe nehmen.

Klimaschutz ist ein existentielles und zugleich endloses Thema. Immer wieder überraschen Wissenschaftler mit unglaublichen Prognosen. Oder ist das etwa keine? Nur zwei Grad Erderwärmung und die Weizen-Ernte würde sich in unseren Gefilden beinahe halbieren. Wer nun einen direkten Zusammenhang aufgrund der Temperaturerhöhung vermutet, der befindet sich auf dem Holzweg. Vielmehr erhöhe sich die Zahl der Schadinsekten drastisch. Eine weitere Hausnummer gefällig? Bereits heute vernichten Schädlinge fünf bis zwanzig Prozent der Ernten. Das steht aber in keinem Verhältnis zu negativen Zukunftsszenarien.

Klimatische Veränderungen in den Tropen würden die Existenz vieler Insekten aufs Spiel setzen. Das liegt daran, dass nur leicht veränderte Lebensbedingungen eine echte Bedrohung für die Spezies darstellen. In den sogenannten gemäßigten Breiten sieht die Lage völlig anders aus. Deshalb hat die These aus der Einleitung hinsichtlich der Komplexität ihre Daseinsberechtigung. In Mitteleuropa sind Schädlinge oftmals nicht vom Aussterben bedroht, sondern blühen durch die steigenden Temperaturen geradezu auf. Durch den angeregten Stoffwechsel prognostizieren Forscher eine höhere Fitness bei den Schädlingen. Folglich würden sie früher schlüpfen, rascher wachsen und mehr fressen. Die Populationen würden sich deutlich vermehren. Eine weitere Theorie drückt aus, dass die Stämme durch größere Wärme aus dem Süden zu uns bzw. in die nördlichen Länder Europas flüchten – quasi eine Flüchtlingsbewegung des Tierreiches.

Die obigen Prognosen sind sicherlich nicht aus heiterem Himmel gegriffen. Zur ganzen Wahrheit gehört allerdings mehr dazu. Die Natur an sich ist äußerst komplex. Es wirken Kräfte, bei denen der Mensch sicherlich an seine Grenzen stößt. So lautet ein Gesetz der Natur: „Fressen und gefressen werden“. Damit könnte sich die obige Theorie des erhöhten Schädlingsaufkommens relativieren. Sobald sich nämlich die Zahl der Fressfeinde von Insekten im ähnlichen Verhältnis steigert, käme es womöglich trotz globaler Erderwärmung zu keiner Insektenplage. Eines scheint für die nächsten Jahrzehnte allerdings sicher. Ein Fliegengitter pro Hausöffnung reicht aus, um den ungebetenen Gästen der Tierwelt den Eintritt zu verwehren. Egal ob ein, zwei, hundert oder tausend Schädlinge – an unseren Fliegengittern beißen sie sich die Stechwerkzeuge aus.

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