13 Jul

Spinnen im Schlaf verschlucken?

Foto: Benjamin Haas / Depositphotos.com

Es gibt sie schon, die Liebhaber von Spinnen. Bei den allermeisten Menschen lösen die Achtbeiner allerdings Ekel und „Katastrophenalarm“ aus. Dass die Kleintiere wohl mehr Angst vor Menschen haben als andersherum, ändert daran wenig. Wie ist es um die These bestellt, dass wir im Schlaf immer wieder Spinnen verschlucken? Mythos oder bittere Wahrheit?

Insektenschutzgitter halten viele Kleintiere von den eigenen vier Wänden fern. Eine passende Montage sowie die richtige Benutzung sind das Fundament für möglichst wenige ungebetene Gäste. Einen hundertprozentigen Schutz wird es sicherlich nicht geben. Somit finden unter anderem auch Spinnen vereinzelt den Weg ins Innere. Sobald sie von uns Zweibeinern gestört werden, versuchen sie, „Reißaus“ zu nehmen. Doch wie verhält es sich, wenn wir mit geöffnetem Mund den Schlaf der Gerechten schlafen?

Zunächst die wohl größte Entwarnung: Spinnen in unserer Heimat sind ungefährlich. So hält sich die haarige „Große Winkelspinne“ beispielsweise in dem einen oder anderen Haus auf und kann durchaus beißen. Ihre Mundwerkzeuge können die menschliche Haut allerdings nicht durchdringen. Spinnen lieben dunkle und feuchte Umgebungen wie Keller, Schuppen oder Mauerwerke. Dunkle? Feuchte? Trifft das nicht beides auf einen schlafenden Menschen mit geöffnetem Mund zu? Vielleicht hat sich diese These mittlerweile genau deshalb verselbständigt.

Quellen für die Aussage über verschluckte Spinnen gibt es nicht. Es gibt also keinerlei wissenschaftliche Erhebungen. Vielmehr kann getrost von einem Mythos ausgegangen werden und alle Menschen mit einer „Spinnen-Phobie“ können wieder beruhigt schlafen. Die Betrachtung der biologischen Verhaltensweisen der Spinnen entkräftet die These fast vollständig. Die meisten Spinnenarten bauen nämlich Netze und verlassen diese kaum. Von einer Nachtwanderung ist deshalb kaum auszugehen. Es gibt auch andere Spezies, aber für die gilt vor allem die Eingangsthese. Spinnen mustern einen Menschen als „Gefahrenquelle“ und machen deshalb auch um einen ruhenden Zweibeiner lieber einen weiten Bogen. Alleine die Atmung und der Puls der schlafenden Person sind für die feinfühligen Krabbler Warnsignale genug. Da bedarf es nicht einmal eines lauten „Geschnarches“, um die Kleintiere abzuhalten.

Zu hundert Prozent ist natürlich nicht auszuschließen, dass sich eine Spinne in einen Mund einer nächtigenden Person verirrt. Glaubhafte Augenzeugenberichte eines Bettnachbarn oder Überreste im Mundbereich wurden jedoch noch nie gefunden. Deshalb gehen Wissenschaftler von einer freien Erfindung und „Angstmache“ aus. Es benötigt also kein Mensch einen nächtlichen Mundschutz aus Insektenschutzgittern. Fliegengitter an den Hausöffnungen sind natürlich trotzdem ein „Muss“. Es sei denn, unzählige Kleintiere sind willkommene Mitbewohner.

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