22 Feb

Städte denken um – auch zum Schutz der Insekten

Würzburg bei Nacht - noch strahlt die Festung Marienberg weiterhin hell erleuchtet über der Stadt - in Zukunft nur noch bis 23 Uhr; Foto: M. Spörl

Im vergangenen Jahr hatten wir auf diesem Blog bereits die Gefahr für nachtaktive Insekten thematisiert, die von Straßenlaternen und anderen hellen Lichtquellen in der Dunkelheit ausgehen. Mittlerweile nehmen sich immer mehr Städte dieser Problematik an und investieren in insektenschonende Straßenlaternen.

Kürzlich entschied sich zum Beispiel die Stadt Würzburg dafür, neue umweltfreundliche Laternen anzuschaffen. Bis zum Jahr 2025 sollen laut einer Pressemitteilung alle 17.000 Straßenlampen auf LED umgerüstet sein. 7.000 wurden es bereits. An den neuen Leuchten erfreut sich nicht nur die davon weniger behelligte Insektenwelt, sondern auch der Stadtkämmerer. Bis zu 70 % Energieeinsparung sollen die neuen Lampen bringen. Das nennen wir eine doppelt lohnende Investition.

Außerdem werden zukünftig einige der markanten Sehenswürdigkeiten der unterfränkischen Hauptstadt nach 23 Uhr nicht mehr beleuchtet. Somit bleibt ein Zeitfenster für Romantiker und Fotografen, die sich am lichtvollen Anblick erfreuen möchten, doch zum größten Teil der Nächte wird die Lichtverschmutzung deutlich reduziert. Das ist zugleich eine gute Nachricht für alle Sternengucker.

Bekanntlich orientieren sich Nachtfalter und andere nachtaktive Insekten an den horizontal strahlenden Lichtquellen. Augenscheinlich verwechseln sie diese mit dem leuchtenden Mond, was dazu führt, dass sie die Lampen umschwirren und Gefahr laufen, in der Hitze der Glühlampen zu sterben. Unzählige Millionen tote Tiere sind dadurch jedes Jahr zu beklagen.

Bis zur endgültigen Umrüstung regen wir im Sinne der bedrohten Tierchen an, die “Hot Spots” mit – zur Not gebrauchten – Insektenschutzgittern abzuschirmen.

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