06 Jul

Stechmücken geht’s an den Kragen

Foto: Roger De Marfa Taillefer / Depositphotos.com

Von der Mitmachaktion des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) hatten wir vor kurzer Zeit berichtet. Im vergangenen Artikel präsentierten wir sogar erste Ergebnisse. Dieses Mal greifen wir eine weitere, ganz spezielle Mitmachaktion auf. Der “Mückenatlas” befasst sich mit den Quälgeistern unter den Insekten, den Stechmücken. Für Sie als Leidtragende gilt: Gerne mittendrin statt nur dabei.

Zwei deutliche Unterschiede grenzen die Mitmachaktion „Mückenatlas“ von der eingangs geschilderten Insektenzählung ab. Einerseits sind ausschließlich Stechmücken die Objekte der Begierde. Andererseits sollen die Kleintiere nicht per Foto, sondern mit dem „Echtkörper“ übersandt werden. Dies stellt eine ganz besondere Herausforderung dar und deshalb geben Fachleute eine Handlungsempfehlung in verschiedenen Schritten an die Hand.

Lebendig sollen die Stechmücken nicht übermittelt werden. Der „Totschlag“ mit der typischen Fliegenklatsche wäre allerdings nicht hilfreich, denn hierdurch kommt es zu massiven Verformungen des Geschöpfes. Eine Analyse durch Experten wäre damit extrem schwierig. Aus diesem Grund lautet die dringende Empfehlung, ein passendes Gefäß aus Kunststoff oder Glas als „Fang-Utensil“ zu verwenden. Dieses über die Flugobjekte stülpen und verschließen. Vor Übersendung sollte noch ein wichtiger Zwischenschritt eingehalten werden. Ab mit dem Behältnis für eine Nacht in das Gefrierfach. Die eisige Umgebung tötet das Geschöpf und der letzte Schritt vor Zusendung kann beginnen. Wichtig ist nämlich das Einsendeformular, welches auf www.mueckenatlas.com zur Verfügung steht. Auf dem Ausdruck sind insbesondere Angaben zum Fangort und Fangdatum wichtig. Ebenfalls sind persönliche Daten wie die E-Mail-Adresse willkommen. Nun sollte das leblose Tier noch in eine Plastikdose oder Streichholzschachtel umgelagert und alles zusammen an das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung e.V. geschickt werden.

Der eingetragene Verein weist explizit daraufhin, dass ausschließlich Stechmücken gefangen werden sollen und analysiert werden können. Außerdem ginge es am Ende dieses Projektes nicht um sinnloses Töten von Insekten. Vielmehr wären es wertvolle und schützenswerte Tiere. Hintergrund wäre die Forschung im Rahmen der öffentlichen Gesundheit. Als kleines Dankeschön melden sich die Experten nach Übersendung und Analyse der Beute per E-Mail. Diese enthält Informationen zum Fang. Außerdem gibt es eine Karte aller Sammler, auf der sich jeder Mitwirkende eintragen lassen kann. Wir empfehlen, die Insektenschutzgitter wegen dieser Mitmachaktion nicht unnötig lange zu öffnen. Der Schuss könnte nach hinten losgehen. Sicherlich werden Sie auch im Außenbereich fündig.

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