21 Jun

Todesfalle „Licht“

Würzburg bei Nacht - noch strahlt die Festung Marienberg weiterhin hell erleuchtet über der Stadt - in Zukunft nur noch bis 23 Uhr; Foto: M. Spörl

Licht zieht viele Insekten an. Künstliche Lichtquellen sind für die Kleintiere allerdings eine ernsthafte Bedrohung. Es gibt sie tatsächlich, die insektenfreundliche Beleuchtung. Auch dieser Mosaikstein spielt in Sachen Insektenschutz eine Rolle. Damit Sie zu einem gesunden Zusammenleben außerhalb der Fliegengitter beitragen können, geben wir Ihnen einige Tipps an die Hand. Ihnen geht quasi ein Licht auf, welches für Insekten unschädlich ist.

Helles Licht zieht viele, kleine Flugtiere in seinen Bann und mutiert damit nicht selten zur tödlichen Gefahr. Das ist so, weil Insektenaugen eine höhere Empfindlichkeit als die menschlichen aufweisen. Schwächere Leuchtmittel reduzieren das Risiko. Experten raten zu warmweißen LEDs. Fast alle Fassungen sind dafür kompatibel. Natürlich führen auch Lichtquellen mit Dimmern zu diesem Effekt, falls sie richtig reguliert werden. Bodennahes Licht oder die Verringerung der Strahlkraft durch Abschirmen sind ganz einfache, aber effektive Strategien.

Zeitschaltuhren reduzieren nicht nur Kosten, sondern auch Todesfälle bei Insekten. Gerade in den Nachtstunden, in denen maximal der Mond Licht liefert, schwirren die Flugobjekte nicht selten direkt in ihr Verderben. Reflektierende Materialien erhöhen natürlich die Lichtintensität und es sollte deshalb mit Rücksicht auf die Tierwelt darauf verzichtet werden.

Neben den bereits erwähnten Tipps spielen weitere Faktoren eine Rolle, wie gefährdet Insekten tatsächlich sind. Völlig klar, dass das Aufkommen der Kleintiere entscheidend ist. Handelt es sich um deren Lebensraum, dann sollte selbstverständlich erhöhte Vorsicht gelten. Künstliches Licht an Gewässerrändern sind beispielsweise extrem sensibel zu beurteilen. Hier werden Insekten bei ihrer Eiablage gestört. Aber natürlich gibt es zahlreiche Gebiete, in denen nachtaktive Insekten leben. Bachläufe, Stadtparks oder Gärten zählen dazu.

Es gibt ein weiteres Merkmal dafür, dass Insekten unter künstlichen Lichtquellen leiden. Der Kontrast zur Dunkelheit ist extrem wichtig. Sofern beispielsweise eine Straßenlampe ohnehin in der Umgebung Licht spendet, dann wirkt sich eine weitere Lichtzufuhr nicht sehr negativ aus. Anders sieht die Sachlage aus, wenn eine Lichtquelle die einzige bei sonst völliger Dunkelheit ist. Dies ist oftmals bei Kirchen oder Denkmälern der Fall. Derartige Insektenfallen können mittlerweile durch insektenfreundliche Beleuchtungen vermieden werden. Auch Lichtaufkommen in Industriegebieten sind häufig vermeidbar und schaden Insekten.

Übrigens: Alleine 70 Prozent der Schmetterlinge sind nachtaktiv und zählen somit zu den Risikogruppen. Menschen ohne Insektenschutzgittern können ein Lied davon singen, dass sich die Kleintiere durch Licht im Hausinneren eingeladen fühlen. Für den Insektenschutz im Außenbereich geben Fachleute eine These an die Hand: Nur den Ort beleuchten, der benötigt wird und nur zu der Zeit, zu der es nötig ist.

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