07 Jan

Überwintern Fliegengitter im Haus?

Snowman on frozen lake, Photo by Petritap (Own work) [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Snowman_on_frozen_lake.jpg

Wie merkt sich der Volksmund die Zeitumstellungen? Im Herbst stellen Balkon- und Terrassenbesitzer die Gartenmöbel nach hinten, im Frühjahr nach vorne. Analog wird die Uhr an den zwei neuralgischen Terminen gedreht. Doch wie schaut es mit Fliegengittern aus? Sollen diese aus Gründen des Schutzes und der Verwitterung ebenfalls vor Wintereinbruch demontiert und in den eigenen vier Wänden gelagert werden? Vorab: Die eine Antwort darauf gibt es nicht. Vielmehr ist es Geschmackssache. Wir nehmen Für und Wider unter die Lupe.

Bevor wir die Strapazierfähigkeit der Materialien auf den Prüfstand stellen, fällt ein anderer Faktor leichter ins Auge. Die Natur wird mehr und mehr zur insektenfreien Zone. Viele Insekten sorgen zwar noch für Nachwuchs nach dem Winter, aber sterben selbst. Die meisten suchen kuschelige Plätze wie Baumrinden oder Höhlen in Böden auf, in denen sie ihren Winterschlaf abhalten können. Zudem bieten ihnen derartige Orte Schutz vor Fressfeinden. Ausnahmen bestätigen die Regel: Beispielsweise bleibt die Honigbiene im Winter aktiv. Sie sorgt mit ihrem permanenten Flügelschlag für ausreichende Wärme. Fliegengitter bräuchte es allerdings auch wegen ihr nicht, denn sie verlässt ihren Verschlag nicht. Hätte das Insekten-Aufkommen in dieser Form Ganzjahres-Konjunktur, dann bräuchte es wohl keine Fliegengitter. Gleichwohl gibt es beispielsweise Spinnenarten, die auch in der kalten Jahreszeit ihr Unwesen treiben. Diese Ausnahme von der „Insekten-Regel“ spräche also für ganzjährige Muggergitter.

Ähnlich wie die Insekten befinden sich die meisten Pollen in der „Winterstarre“. Analog bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel. Nicht der Kalender, sondern das Klima entscheidet über das Vorkommen von Pollenarten. In einem milden Dezember können Hasel oder Erle durchaus ihre Knospen entfalten und somit Allergikern das Leben erschweren. Das spräche ebenfalls für Fliegengitter als Barriere. Zur ganzen Wahrheit gehört allerdings, dass zwischen November und Februar kaum mit Pollenflug zu rechnen ist.

Machen extreme Witterungsverhältnisse womöglich einem Insektenschutzgitter das Leben zur Hölle? Die Frage kann eindeutig mit „Nein“ beantwortet werden. Die Aluminiumrahmen der Muggergittermacher trotzen dem größten “Väterchen Frost”. Ebenso ist ihr Innenleben aus absolut witterungsbeständigem Gewebe konzipiert. Ein Aspekt sollte allerdings nicht unter den Tisch fallen. Vor Verschmutzung ist kein Fliegengitter gefeit. Darunter fällt im Winter natürlich auch Schneematsch. Durch die Demontage erstickt der Besitzer diese Gefahrenquelle im Keim. Ganz im Gegenteil: Durch das relativ einfache Aushängen können die Gitter gut gesäubert werden. Das könnte die Lebensdauer erhöhen, denn kleine Insekten oder Beeren lockt die Vogelwelt an. Die gefiederten Zweibeiner stellen mit ihren scharfen Schnäbeln ein echtes Risiko für das feine Gewebe dar.

Als Ergebnis lässt sich festhalten, dass es kein eindeutiges Resultat gibt. Nuancen entscheiden im Einzelfall über positive oder negative Konsequenzen. Grundsätzlich macht ein Fliegengitter-Besitzer weder bei der Demontage noch bei ganzjähriger Benutzung einen Riesenfehler. Unumstritten bleibt: Fliegengitter nach dem Winter machen sehr viel Sinn.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.