29 Feb

Virenübertragung durch Insekten

Black fly (Kriebelmücke). Foto: US Department of Agriculture, The Diptera Site, Content by F. Christian Thompson, Wikimedia Commons

Das Corona-Virus ist leider und gleichermaßen zurecht in aller Munde. Das Ausmaß der Epidemie ist noch lange nicht abzusehen. Die Übertragung von Viren kann allerdings vielfältig sein. So zeichnen Insekten für zahlreiche Krankheiten beim Menschen verantwortlich. Erst kürzlich gab das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung eine recht bedenkenswerte Pressemitteilung zum Besten. 

Natürlich nimmt das Corona-Virus aufgrund seiner rasanten Verbreitung und den noch fehlenden Gegenmitteln aktuell einen festen Bestandteil in allen Nachrichtensendungen ein. Das bedeutet allerdings nicht, dass andere Krankheitserreger eine Ruhepause einlegen und sich auf die faule Haut legen. Vielmehr werden Viren schon jeher durch die Tierwelt, auch durch Insekten übertragen. Das bekannte Zika-Virus oder das Vogelgrippe-Virus sind nur zwei Beispiele.

Erst am 8. Januar 2020 gab die Charité in Berlin neue, bisweilen erschreckende, Untersuchungsergebnisse im Rahmen einer Pressemitteilung bekannt. Darin berichtet die Universitätsmedizin von brandaktuellen Forschungsergebnissen. Eine Studie entlarvte Hunderte neue Viren aus über 20 bisher unbekannten Virusgattungen. Was haben diese Erkenntnisse nun zur Folge? Der Direktor des Instituts verweist darauf, dass diese Krankheitserreger die Ursache für bisher unerkannte Krankheitsbilder sein könnten. Das würde neben dem Menschen auch auf Nutztiere zutreffen. Womöglich lassen sich also Verläufe in Zukunft besser in den Griff bekommen.

Auf der Suche nach einem Täter bildet die Kriminalpolizei eine spezielle Gruppe von Fahndern, auf der Suche nach Viren durch Insekten gründete das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung die Arbeitsgruppe „Virusnachweis und Pandemieprävention“. Parallelen zum Corona-Virus sind bereits an den Begrifflichkeiten ablesbar. Studien gab es sicherlich auch in der Vergangenheit. Diese befassten sich allerdings vor allem mit der Übertragung durch Moskitos und andere Stechmückenarten. Aktuell beleuchtet das Forschungsteam alle Ordnungen der Insekten.

Hauptaugenmerk legen die Profis derzeit auf sogenannte RNA-Viren. Diese lösen unter anderem Ebola, Masern, Tollwut und Lungenkrankheiten aus. Proben aus insgesamt 1.243 Insektenarten entnahmen die Experten bereits. Der Direktor berichtet von der „wohl größten Einzelstudie in der Entdeckung neuer Viren“. Die neuen Ergebnisse werden in einer Suchdatenbank festgehalten. Im nächsten Schritt kann diese in Zusammenarbeit mit Medizinern abgeglichen werden. Die Wissenschaft hofft damit, bisher unerklärliche Krankheitsbilder von Patienten aufzulösen.

Beim Corona-Virus werden alle aufgefordert, Menschenmassen zu meiden oder Hände zu waschen. Hier genießt Prophylaxe höchste Priorität. Im Falle der Virenübertragung durch Insekten mindern Fliegenschutzgitter selbstverständlich das Risiko innerhalb der eigenen vier Wände. Ein schöner Nebeneffekt zu ohnehin zahlreichen Vorteilen.

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