16 Aug

Waldbrände – Katastrophen für Mensch und Insekt

Waldbrand in den Rocky Mountain House, Alberta, Canada, von Cameron Strandberg - DSC_7139, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=12424098

Die Erfolgsgeschichte des Menschen begann, als er gelernt hatte, das Feuer zu beherrschen. So konnte er die Eiszeit überleben und Regionen besiedeln, die für ihn ohne Wärmequelle unbewohnbar wären. So vorteilhaft es ist, Feuer entfachen zu können, hat dies auch seine Kehrseiten.

Seit Jahren fallen alljährlich Millionen von Hektar Wald den Flammen zum Opfer. In diesem Jahr ist es besonders drastisch. Rund um das Mittelmeer, in Sibirien, Nord- und Südamerika brennen zigtausende Feuer und vernichten dabei Milliarden von Lebewesen. Und gegen Jahresende beginnt noch die Waldbrandsaison in Australien.

Niemand zählt die Opfer. Was hätten wir für ein endloses Wehgeschrei, würden Insekten ihre getöteten Artgenossen lautstark betrauern! Der Einwand, Insekten könnten doch einfach vor dem Feuer wegfliegen, hat nur zum kleinen Teil recht. Schließlich lebt die große Mehrheit der Winzlinge im Erdreich oder befindet gerade im Larven- oder Puppenstadium und ist daher flügellos.

Natürlich entzünden sich auch Brände infolge von Blitzeinschlag oder vulkanischer Aktivitäten, doch ist dieser Anteil nahezu unbedeutend im Vergleich zu menschlicher Verursachung. Trotz weltweiter Empörung werden etwa im Amazonasgebiet oder in mehreren afrikanischen Ländern nach wie vor alljährlich große Waldgebiete durch Brandrodung für die Viehzucht oder Plantagen vernichtet – wertvolle Tierarten inklusive.

Auch die Brände, die aktuell in Griechenland, der Türkei, Italien und Spanien Urlaubsgebiete bedrohen, sind laut offiziellen Angaben zu mehr als 90 % durch menschliches Handeln verursacht, entweder direkt durch Brandstiftung oder durch grobe Fahrlässigkeit. Die ungewöhnlichen Hitzeperioden aufgrund der Erderwärmung erleichtern die Ausbreitung enorm. Ähnlich verhält es sich in Gebieten Ostrusslands, wo ungewohnt hohe Temperaturen zusätzlich den Permafrostboden auftauen und damit den Klimawandel weiter beschleunigen.

Die Welt scheint aus den Fugen. Wenn es heißt, die Brände seien außer Kontrolle, müssen die Alarmglocken läuten, schließlich bedeutet das nichts weniger als höchste Gefahr für die eingangs erwähnte menschliche Erfolgsgeschichte.

Insekten schreiben demgegenüber ihre eigene. Auch wenn Artenvielfalt und Populationen schrumpfen, finden Sechsbeiner immer wieder Wege, als Erste neu vor Ort zu sein. Gerade nach verheerenden Flächenbränden findet man kleine Pioniere, die auf ihre Weise gelernt haben, das “Neuland” für sich zu nutzen. Diese Eigenschaft nennen Biologen pyrophil. Etwa vierzig Arten konnten sie diese Eigenschaft zuschreiben.

Der australische Feuerkäfer etwa fliegt gezielt frisch erloschene Wälder an, um seine Eier in die noch warme Borke zu legen. Hier finden die Larven offensichtlich optimale Bedingungen vor.

Natürlich ist es ein schwacher Trost zu wissen, dass ein paar Insektenarten von verbrannten Wäldern profitieren, während gleichzeitig Milliarden Opfer zu beklagen sind. Besser, wir Menschen achten mehr auf unsere Handlungen und die Umwelt um uns herum. Schließlich können wir beides: Schaden anrichten oder die Natur unterstützen. Was bevorzugen Sie?

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