23 Mai

Welt-(Wild-)Bienentag

Honigbiene, von Bgelo777 - CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=59060326

Mit viel Gesumm wurde am 20. Mai der Weltbienentag begangen. Millionenfach applaudierten die Geehrten durch kräftiges Flügelschlagen, dass ihre unermüdliche Arbeit von wenigstens einem kleinen Teil der zweibeinigen Nutznießer wertgeschätzt wird. Schließlich werden z.B. in Deutschland etwa 80 % der Pflanzen von Bienen bestäubt.

An diesem Datum soll alljährlich auf die Bedeutung hingewiesen werden, die Maja & Co.,unser aller Lieblingsinsekten, für die Welternährung besitzen. Ins Spiel gebracht wurde dieser Gedenktag im Jahr 2014, als der slowenische Imkerverband die World Bee Day Initiative (www.worldbeeday.org) mit Unterstützung der Regierung von Slowenien startete.

Dass diese Aktion ihren Ursprung ausgerechnet in einem der kleinsten EU-Länder hat, ist kein Zufall. Genau 280 Jahre vorher, am 20. Mai 1734, wurde nämlich Anton Janša, der slowenische Hofimkermeister der österreichischen Kaiserin Maria Theresia, in Bresniza (deutsch: Bresnitz, heute Ortsteil der Gemeinde Žirovnica, Bezirk Kranj) geboren. Janša gilt als Erfinder der ersten Zargenbetriebsweise und war Rektor der weltweit ersten modernen Imkerei-Schule. Zur Erklärung: In der Bienenhaltung wird eine Etage einer Magazin-Beute (eine bis heute gebräuchliche Behausung von Honigbienenvölkern) als Zarge bezeichnet.

Aufgrund des enormen Stellenwerts und der Bestäubungsleistung der Honigbienen rief die Generalversammlung der Vereinten Nationen im Jahr 2018 den 20. Mai als UN-Weltbienentag aus. Welch ein Erfolg!

Auch, wenn der Ausgangspunkt dazu in der von Menschenhand geführten Imkerei zu finden ist, sollen am Weltbienentag die Wildbienen nicht vergessen werden, im Gegenteil! Gerade in Ökosystemen, in denen sich die Imkerei nicht rechnet bzw. diese gar nicht möglich ist, tragen die sämtlich gefährdeten Wildbienenarten maßgeblich zur Erhaltung der Artenvielfalt bei.

Welche Bedeutung ihnen auch in landwirtschaftlich intensiv genutzten Regionen zukommt, wurde gerade jetzt durch die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie deutlich. Den meisten Menschen ist nicht bewusst, wie Bestäubung heuzutage funktioniert. Vor allem dort, wo ein Großteil der Nahrungsmittel produziert wird, sind die Erzeuger von Wander- bzw. mobilen Großimkern abhängig, die mit Hunderten von Bienenvölkern dorthin reisen, wo sie gerade gebraucht werden. Zum Teil werden Völker über Tausende Kilometer über mehrere Ländergrenzen hinweg transportiert. Während der Reisebeschränkungen infolge der Pandemie entfielen etliche dieser Transporte. Somit fehlten die Bienen an den Bestimmungsorten.

Doch nicht nur für die Agrarunternehmen hatte dies Konsequenzen. Im gleichen Maße bedeutete der Ausfall einen schmerzlichen Verlust für die Großimker, deren Existenz nun auf dem Spiel steht.

Es wäre wohl vernünftig, wenn zukünftig die standorttreuen Wildbienen einen größeren Teil des “Kuchens” abbekämen. Dies erfordert jedoch, dass sie entsprechenden Lebensraum zur Verfügung gestellt bekommen. Zumindest hierzulande verstehen und unterstützen dies immer mehr Landwirte. Wie jeder Einzelne seinen Teil dazu beitragen kann, haben wir auf diesem Blog immer wieder angeregt – Stichworte: Bienenhotel, Blühwiese, Insektenschutz.

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