22 Sep

Weniger Insekten 2021 – Ursachenforschung

Wespennest, Fotograf: Rasbak,, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons

Manch einen beschleicht womöglich ein Gefühl, dass wir im Sommer 2021 weniger Insekten ausgesetzt waren. Manch einer ist sich sicher, bei seinen Speisen und Getränken im Freien deutlich weniger gestört worden zu sein. Wie schaut nun die wissenschaftliche Analyse des Insektenaufkommens aus?

Mitte Februar 2021 erläuterten wir in einem Artikel, dass die „nächsten Wochen entscheidend sein werden“. Für was? Für die Anzahl der Insekten im damals bevorstehenden Sommer. In dieser Zeit stiegen die Temperaturen und damit erwachten viele Kleintiere aus ihrem Winterschlaf. Diese Beobachtung wiederholt sich jährlich zum nahezu selben Zeitpunkt. Ein strenger Winter ist entgegen der landläufigen Meinung kaum dafür verantwortlich, dass es im Sommer weniger Insekten gibt. Vielmehr jedoch „Väterchen Frost“, sofern er nach den ersten wärmeren Tagen nochmal zuschlägt. Die „Winterschläfer“ verlieren dann nämlich ihren „Frostschutz“, weil sie aufgrund von höheren Temperaturen den Status des Winterschlafes verlassen haben.

Der eben beschriebene Vorgang ereignete sich hierzulande vielerorts Ende Februar und im März. Somit verloren jede Menge Kleintiere ihr Leben und der Sommer war von wesentlich weniger Plagegeistern im Vergleich zum Vorjahr geprägt. Diese These ist nicht nur emotional, sondern auch empirisch belegt. Verschiedene Naturschutzverbände zählten 2021 weniger Wespen. Beispielsweise der Naturschutzbund Nabu. Er rief zu zwei Zählzeiträumen im Juni und August auf. Im Vorjahresvergleich zählten die Beteiligten 2021 nur ein Viertel so viele Wespen. Die Naturschutzorganisation WWF bestätigte, dass viele Königinnen bereits zu Beginn des Jahres erfroren sind.

Zahlreiche Insekten, die den Frosteinbruch überstanden haben, erwischte es durch das relativ feuchte Klima im Sommer. Hohe Luftfeuchtigkeit beschädigte Nester oder verschlechterte die Nahrungssuche. Damit erlagen viele Kleintiere dem Hungertod. Klimatische Faktoren führen zweifelsohne zu einem höheren oder verringerten Insektenaufkommen. Zur ganzen Wahrheit gehört allerdings auch, dass Wetterbedingungen nicht den alleinigen Einfluss für sich beanspruchen. Stichwort „Insektensterben“ – grundsätzlich reduzieren sich die Populationen drastisch. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, anderen Pestiziden oder die Zerstörung von natürlichen Lebensräumen sind hauptverantwortlich.

Für Insektenschutz kann jeder etwas tun. Bereits kleine Taten tragen dazu bei. Beispielsweise, wenn Kleintiere im Hausinneren nicht erschlagen, sondern vor die Türe gesetzt werden. Selbstverständlich führen Insektenschutzgitter zu einem friedlichen Zusammenleben von Mensch und Tier. Durch Fliegengitter bleiben Flug- und Kriechobjekte vor der Türe – „natürlich“.

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