22 Jan

Winterliche Insekten

Snowman on frozen lake, Photo by Petritap (Own work) [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Snowman_on_frozen_lake.jpg

Insekten sterben bei Wintereinbruch. Insekten überwintern in Behausungen wie beispielsweise Ameisen in Erdlöchern. Insekten wie Marienkäfer hilft eine Art „Frostschutzmittel“ im Blut gegen die eisige Todesgefahr. Doch dann gibt es eine weitere Gruppe, deren Lebensgeister aufgrund kalter Temperaturen so richtig in Schwung kommen. Sie sind ein Wunder der Natur.

Insektenschutzgitter im Winter demontieren oder einfach in den Öffnungen belassen? Pro und Contra beleuchteten wir bereits in früheren Artikeln. An der Lebensdauer der feinmaschigen Gewebe verändern eisige Temperaturen nichts, weshalb sie nicht zwangsläufig abgenommen werden müssen. Klar ist allerdings auch, dass ihre Funktionalität in den Wintermonaten nicht diese enorme Bedeutung analog der wärmeren Jahreszeiten hat. Der Schutz vor Pollen ist völlig bedeutungslos, aber auch die Notwendigkeit einer Barriere vor Insekten reduziert sich. Warum? Weil fast alle Insekten im Winter von der Bildfläche verschwinden. Doch Achtung! Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel.

Der Volksmund besagt, dass bei milderen Temperaturen im Winter mehr Insekten überleben. Das ist laut Biologe Jörg Müller von der Heinz-Sielmann-Stiftung weitgehend ein Trugschluss. Viele Lebewesen fallen dafür nämlich Schimmelpilzbefall zum Opfer. Zahlreiche Insektenarten entwickeln Überlebensstrategien, um durch die eisige Jahreszeit zu kommen. Darüber können andere Spezies wie der „Weiße Grasbär“ nur lachen. Die Schmetterlingsart überwintert als schwarze Raupe, aber ernährt sich aktiv von Gräsern und speichert die Sonnenwärme durch seine Farbe.

Bei einem aufmerksamen Winterspaziergang finden sich in der Nähe von Waldlichtungen gelegentlich kleine Mückenschwärme. Hierbei handelt es sich um Kleintiere, deren Flügel wie Sonnenkollektoren wirken. Somit speichern auch sie die ohnehin wenigen Sonnenstrahlen ab. Ihre Haupternährungsquelle ist in Form von Moosarten ganzjährig vorhanden. Ein weiterer Umstand erhöht ihre Lebensdauer um ein Vielfaches: Fressfeinde gibt es in dieser Jahreszeit so gut wie keine.

Zu den größten winteraktiven Insekten zählt der „Kleine Frostspanner“. Der Nachtfalter besticht durch eine Flügelspannweite von 2,5 Zentimetern. Der Paarungsvorgang geht bis weit in den Dezember hinein über die Bühne. Auch diese Lebewesen genießen dabei die Ruhe und Sicherheit vor Fressfeinden, denn diese machen beispielsweise wie die Fledermäuse Winterpause. Doch es gibt noch einen entscheidenden Vorteil: Andere Schmetterlingsarten genießen ihren Winterschlaf und somit ist die Luft nicht mit deren Duftstoffen „verseucht“. Das erleichtert die Partnerwahl aus dem eigenen Stamm deutlich.

Einige unserer einheimischen Insekten sind in den Wintermonaten äußerst aktiv. Das liegt allerdings an einer „geographischen Metamorphose“. Wie Zugvögel verlassen sie einfach unsere Breitengrade, sobald es ungemütlich wird. Damit flüchten sie in warme Gefilde und brauchen ihre Lebensgewohnheiten nicht umzustellen. In Sachen Fliegengitter müssen Sie ihre Gewohnheiten auch nicht verändern. Damit sorgen Sie für ausreichenden und rechtzeitigen Schutz, sobald die „Insekten-Hauptsaison“ wieder startet. Aber auch vor dem einen oder anderen ungebetenen Gast im Winter sind Sie bestens gewappnet.

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