15 Okt

“Winterschlaf” steht vor der Türe

Snowman on frozen lake, Photo by Petritap (Own work) [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Snowman_on_frozen_lake.jpg

Insektenschutz wird weiterhin groß geschrieben. Nun steht der Winterschlaf bei den Insekten bevor. Können wir Menschen Vorbereitungen treffen, um die Kleintiere zu unterstützen?

Die Antwort auf die Eingangsfrage lautet eindeutig: Ja. Bereits mit Insektenschutzgittern leisten wir einen Beitrag dazu, dass Insekten ihren natürlichen Winterschlaf bekommen. Ein Insektenliebhaber könnte denken, dass sich die Kleintiere im warmen Hausinneren wohlfühlen und vor eisiger Kälte geschützt sind. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Viele Tiere sind von „Mutter Natur“ bereits auf den Winterschlaf im natürlichen Lebensraum vorbereitet.

Wir berichteten schon darüber, dass Tiere unterschiedliche Techniken entwickeln, um sich vor der kalten Jahreszeit zu schützen. Das gelingt richtig gut und deshalb sollte der Mensch in diese Strategien nicht einwirken. Es gibt nämlich ein großes Dilemma, wenn sich die Kleintiere im Hausinneren befinden. Zunächst suchen sie bei den kälteren Temperaturen innerhalb der vier Wände durchaus Schutz. Deshalb sind Fliegengitter für Mensch und Tier der optimale Schutz. Was aber passiert, wenn sich Insekten verirren und an nicht einsehbaren Orten Unterschlupf suchen? Durch die kuschelige Hauswärme setzt der „normale“ Winterschlaf nicht ein. Hierdurch fahren die Tiere ihre Körperfunktionen nicht herunter und benötigen zwangsläufig Nahrung. Diese finden sie im Hausinneren allerdings nur sehr bedingt und das führt zu hohem Risiko eines Hungertodes. Ihre Energiereserven sind nämlich schnell verbraucht. Die Experten raten insektenfreundlichen Menschen deshalb dazu, alle ungebetene Mitbewohner liebevoll vor die Türe zu setzen. Damit sind sie im natürlichen Jahreskreislauf wieder enthalten.

Die Insektenprofis haben einen weiteren Tipp parat. Menschen können durchaus Orte einrichten, die Tiere für ihr Winterquartier benutzen. Das kommt jeweils auf die Art an. Baumrinden oder Insektenhotels bewohnen Insekten sehr gerne. Auf jeden Fall sollte der Mensch darauf achten, dass die „Flugobjekte“ im Frühling nach dem Winterschlaf ihr Domizil selbstständig wieder verlassen können. Ansonsten tritt das oben beschriebene Phänomen auf: Die Insekten benötigen Nahrung, können aber keine erreichen.

Zwar wenige, aber manche Insektenarten zieht es im Winter wie die Zugvögel sogar in warme Gefilde. Der Distelfalter macht sich im Herbst beispielsweise auf den Weg nach Afrika. Das ist allerdings eher die Ausnahme, die meisten Exemplare entwickeln „Winterschlaf-Strategien“. Aus diesem Grund ist ein Garten kaum weniger besiedelt als im Sommer. Die Kleintiere glänzen nur mit einem hervorragendem „Versteck-Spiel“ und geben sich somit nicht zu erkennen. Gartenbesitzer leisten jedoch auch im Winter und somit ganzjährig einen überragenden Beitrag zum Insektenschutz.

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